Maklerpool-Studie

Margendruck und mehr Transparenz durch IDD

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Ein durchschnittlicher Maklerpool arbeitet mit 3.134 Vertriebspartnern zusammen. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Dienstleistern groß. Während der Branchenriese Fondsfinanz 26.000 Partner zählt, reichen nur 250 Makler ihr Geschäft über die Tigon ein.

Das geht aus der Studie „Maklerpoolanalyse 2014 – Entwicklungen, Geschäftsmodelle, Transparenz“ von der V.E.R.S. Leipzig hervor. Die Studie basiert auf Daten, die aus Interviews mit 26 Vorständen und Geschäftsführern von Maklerpools gewonnen wurden.

Etwa 30 Prozent Befragten kooperieren mit anderen Maklerpools. Fast ein Viertel der Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben mit Banken zusammen; 50 Prozent zählen Vertriebsorganisationen zu ihren Partnern. 

Gleichwohl stammt das eingereichte Geschäft fast ausschließlich vom Makler. Nur bei Apella, FinanzNet und WIFO kommen rund 30 Prozent des Neugeschäfts von Vertriebsorganisationen.

Fondskonzept, Maxpool, Status und WIFO planen gesonderte Gesellschaft für Mehrfachagenten

Nahezu alle Befragten schließen aus, dass Ausschließlichkeitsvertreter oder Mehrfachagenten Geschäft über ihr Unternehmen einreichen. 31 Prozent der befragten Unternehmen verfügen allerdings im Unternehmensverbund über eine gesonderte Gesellschaft speziell für Mehrfachagenten. Vier weitere Maklerpools (Fondskonzept, Maxpool, Status und WIFO) planen, eine entsprechende Gesellschaft zu gründen.

Vor Anbindung der Vertriebspartner prüfen fast alle Maklerpools ihre IHK-Registrierung (96 Prozent) und die AVAD-Auskunft (88 Prozent). Auch der Nachweis der Gewerbeerlaubnis (77 Prozent) sowie die Schufa-Auskunft (69 Prozent) müssen erbracht werden. 69 Prozent der befragten Gesellschaften versichern zudem, die Zuverlässigkeitsprüfung in bestimmten Zeitabständen zu wiederholen.

Mehr als die Hälfte der Maklerpools mit kostenfreien Weiterbildungsangeboten

81 Prozent der befragten Pool-Chefs befürworten die geplante Vorschrift in der Versicherungsrichtlinie IDD, die eine ständige berufliche Weiterbildung der Makler garantieren soll. Dabei sehen sich die Unternehmen diesbezüglich gut gerüstet. Zehn Gesellschaften verfügen sogar über eine eigene Aus- und Weiterbildungsakademie.

23 Prozent der befragten Unternehmen erheben bereits heute eine Gebühr für die Nutzung des Weiterbildungsangebots. Bei zwei Maklerpools (Apella und Maxpool) ist die Frage nach der Erhebung der Gebühren in Zukunft noch offen. Mehr als die Hälfte der Befragten plant in absehbarer Zukunft nicht, Gebühren einzuführen.

62 Prozent der Maklerpools haben sich der Weiterbildungsinitiative „Gut beraten“ bereits angeschlossen. Acht Maklerpools sind noch im Planungs- beziehungsweise Entscheidungsprozess.

Mehr als die Hälfte der Befragten geht unterdessen davon aus, dass die IDD die Zukunft von Maklerpools beeinflussen wird. Sie erwarten steigende administrative und prozessuale Anforderungen, Margendruck sowie Regelungen zum Kostenausweis, die eine Veränderung der Geschäftsmodelle, ein Überdenken der Vergütungssysteme sowie steigende Transparenz-Anforderungen nach sich ziehen können.

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