Megatrend „Blaues Gold“ Wasser als Renditequelle

Surfer in ihrem Element: KBI Global Investors ist Spezialist für Investments in natürliche Ressourcen. | © Getty Images

Surfer in ihrem Element: KBI Global Investors ist Spezialist für Investments in natürliche Ressourcen. Foto: Getty Images

Catherine Cahill, KBI Global Investors

Frau Cahill, warum begeistern Sie sich für Wasserinvestments?

Catherine Cahill: Wasser ist eine kritische Ressource. Ohne Wasser geht nichts. Sei es der tägliche Verbrauch in Privathaushalten oder der Einsatz in der industriellen Produktion – Wasser ist unabdingbar. Aber schon 2025 wird jeder dritte Mensch weltweit unter Wassermangel leiden. Die Angebotsengpässe hängen nicht zuletzt mit dem Klimawandel zusammen: Immer öfter zeigen sich extreme Wetterereignisse, wie Dürren in Brasilien oder Waldbrände in Kalifornien.

Es besteht daher dringender Bedarf an Investitionen in die Infrastruktur von Wasser. Diese Herausforderung haben Politik und Wirtschaft in den vergangenen Jahren immer wieder aufgeschoben oder nur zögerlich vorangetrieben – es ein sehr kostspieliger Prozess, Wasser zu fördern, aufzubereiten und zu transportieren. Doch gerade in den Schwellenländern besteht enorm großer Handlungsbedarf. Studien zeigen, dass hier mehr als 50 Prozent des geförderten Wassers über Lecks verlorengeht.

Führt die Verbesserung der Lebensbedingungen in Schwellenländern zu Veränderungen im Hinblick auf die Wassernutzung?

Cahill: Inzwischen beginnt sich das Bewusstsein für den Umgang mit Wasser zu verändern. Regierungen sind weltweit zunehmend bereit, sich den Herausforderungen zu stellen. Gerade in den vergangenen zwei bis drei Jahren wurde damit begonnen, die durch die Finanzkrise 2008 entstandene Investitionslücke, in der viele Projekte auf Eis gelegt wurden, zu schließen. Immer mehr Regierungen erhöhen ihre Ausgaben für die wasserbezogene Infrastruktur. So sind viele dieser Großprojekte im Bereich Infrastruktur, beispielsweise in Indien, inzwischen auf Regierungsebene vorgeschrieben und werden mit einem Mix aus privater Finanzierung und staatlichen Geldern gestemmt. Ein wichtiger Ansatzpunkt für uns als Investoren.

Als Investor sehen Sie sich jedoch nicht nur in Schwellenländern nach Investmentchancen um. Sie haben auch die Developed Markets im Blick, richtig?

Cahill: Absolut, wobei sich der Ansatz in Schwellenländern und in den entwickelten Märkten unterscheidet: In Developed Markets geht es vorrangig um die Modernisierung einer in die Jahre gekommenen Infrastruktur, die in den vergangenen Jahren weitgehend sich selbst überlassen wurde.

Im Gegensatz dazu konzentrieren sich die Schwellenmärkte auf den Auf- und Ausbau von Wasserinfrastruktur – gerade mit Blick auf ihre rapide wachsende Bevölkerung, etwa in Indien und Südamerika. Unser Ansatz ist global und deshalb suchen wir in Frontier-Märkten, Schwellenländern und den Developed Markets nach Unternehmen, die Lösungen bieten.

Könnten Sie entsprechende Unternehmensbereiche nennen, in denen Sie investiert sind?

Cahill: Im Infrastrukturbereich und im Technology-Sektor investieren wir in Ausrüster, also in Hersteller von Wasserpumpen, Wasserrohren, Bewässerungsanlagen und Geräten zur Kontrolle von Wasserqualität und -verbrauch. Wir sehen uns Unternehmen näher an, die Wege finden, um die Versorgung mit Wasser zu erhöhen oder den Verbrauch von Wasser zu verringern, zum Beispiel Bewässerungsunternehmen mit effizienterer Technology oder Messgerätehersteller. Darüber hinaus sind wir an Dienstleistern interessiert, die Lösungen gemäß neuer regulatorischer Auflagen in diesem Bereich anbieten, z.B. Prüf- und Messgerätehersteller sowie Wasseraufbereitungsunternehmen.

Für alle diese Unternehmen gilt: Sie müssen Lösungsanbieter in ihrem Fachgebiet sein und einen Großteil ihres Umsatzes mit wasserrelevanten Aktivitäten erzielen.

Wie viele Unternehmen schaffen den Weg in das Portfolio des KBI Institutional Water Fund?

Cahill: Wir können aus einem Universum von rund 160 spezialisierten Unternehmen auf der ganzen Welt auswählen. All diese Unternehmen sind breit aufgestellt in Bezug auf Regionen, Märkte und Geschäftsmodelle. Wir investieren in 40 bis 50 dieser Aktientitel und erhalten damit ein konzentriertes Portfolio.

Könnten Sie ein oder zwei Beispiele für die größten Positionen im Portfolio nennen?

Cahill: Wir sind investiert in den französischen Konzern Veolia, der in 67 Ländern im Wasser- und Abwasserbereich tätig ist. Veolia ist Weltmarktführer auf diesem Gebiet. Veolia verfügt außerdem über Tochtergesellschaften für Anlagenbau, Rohrverlegung und Ausrüstungsgeschäft.

Ein weiteres interessantes Unternehmen ist Xylem aus den USA, das Anlagen zur Wasseraufbereitung sowie Geräte zur Wasseranalyse herstellt. Xylem ist ein international agierender Anbieter im Bereich Wasser- und Abwassertechnik. Sie sind Hersteller von Wasserpumpen, Wasserfiltrationsgeräten und Analysegeräten.  Schwerpunkte sind Entwässerung sowie Transport und Aufbereitung von Nutzwasser- und Brauchwasser. Ihre wichtigsten Endmärkte sind Versorgungsunternehmen, industrielle und gewerbliche Endverbraucher sowie Privatanwender.

Warum sollten Anleger in den KBI Institutional Water Fund investieren?

Cahill: Wir bei KBI Global Investors beschäftigen uns mit dem Thema Wasser seit dem Jahr 2000 und verfügen damit über sehr viel Erfahrung in diesem wichtigen Anlage-Segment. Mit einer Rendite von rund 37 Prozent in einem Zeitraum von drei Jahren erzielt der Fonds außergewöhnliche Wertsteigerungen. Mit der besonderen Art und Weise, wie wir unser Anlageuniversum definieren, haben wir einen der „reinsten“ Wasserfonds am Markt. Wir interessieren uns nicht zuletzt für Aktienunternehmen, die unter dem Radar laufen und von Analysten wenig beachtet werden, weil sie ihre Erträge in wasserbezogene Nischenmärkten erzielen. Zudem haben wir auch ein hohes Engagement in Schwellenländern und Ländern, wie etwa China, Brasilien, Mexiko und den Philippinen.

Letzte Frage: Essen Sie noch Fleisch oder kaufen Dinge, die viel Wasser in der Produktion benötigen?

Cahill:  Ja, das tue ich und das ist wahrscheinlich etwas, das sich für mich oder andere nicht wirklich ändern wird. Der eigentliche Punkt ist aber doch, dass wir alle mehr darüber nachdenken sollten, wieviel Wasser wir verbrauchen, wie wir Wasser nutzen und wie wir es sparen können. An dieser Stelle noch eine Zahl: Derzeit wiederverwenden wir gerade einmal zwei Prozent des von uns benutzen Wassers wieder. Hier liegt enormes Wachstumspotential für Unternehmen, die Lösungen zur Wiederaufbereitung von Wasser in den Märkten anbieten, in denen wir investiert sind.