Riester-Rente: Im Alter alles futsch?

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Wer jahrelang in die staatlich geförderte Riester-Rente eingezahlt hat, steht im Rentenalter eventuell trotzdem ohne einen zusätzlichen Euro da. Das berichtete gestern das ARD-Magazin „Monitor“ und beruft sich dabei auf interne Zahlen der Deutschen Rentenversicherung Bund. Danach soll selbst ein Durchschnittsverdiener, der 32 Jahre in die Rentenkasse einzahlt, im Jahr 2030 voraussichtlich keinen Nutzen aus der Riester-Rente ziehen können.

Betroffen seien diejenigen, die im Alter die sogenannte Grundsicherung (sprich Sozialhilfe) erhalten. Der Grund: Bei der Bestimmung der Höhe der Grundsicherung wird die Riester-Ersparnis angerechnet; die staatliche Unterstützung wird also um diesen Betrag gekürzt.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund nannte indes die Pauschalaussage, dass sich eine Riester-Rente für einen durchschnittlich verdienenden Arbeitnehmer nicht lohnt, „irreführend“. Vom Abschluss der Riester-Rente abzuraten, weil im Alter ein Anspruch auf staatliche Unterstützung bestehen kann, bedeute, die Eigenvorsorge abzulehnen: „Mit einer solchen Einstellung könnte man sämtliche Sparvorgänge und in letzter Konsequenz auch die Erwerbstätigkeit einstellen und auf die Versorgung durch den Staat vertrauen.“

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) spricht sich schon länger gegen die Anrechnung der Riester-Rente auf die Grundsicherung aus. Trotzdem hält der GDV es für „unverantwortlich“, vom Riester-Sparen abzuraten und allein auf staatliche Unterstützung zu vertrauen. Da eine Kürzung der Grundsicherung in Zukunft nicht auszuschließen ist, plädiert auch Lilo Blunck, Geschäftsführerin des Bundes der Versicherten (BdV), für die private Vorsorge über Riester. Von „Monitor“ geäußerte Kritik an einer unzureichenden Beratung durch Anbieter wie etwa Versicherungen weist Blunck zurück. Kunden bei der Beratung auf die Anrechnungsproblematik aufmerksam zu machen, hält sie für kontraproduktiv – auch, weil dem Geringverdiener damit indirekt unterstellt wird, dass er es künftig nicht zu einem größeren Wohlstand bringen kann.

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