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Studie: Assekuranz hat Angst vor den Alten

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Die Versicherer im deutschsprachigen Raum sehen die älter werdende Gesellschaft als ein Riesenproblem - und zwar gleich an mehreren Fronten. Das ergab der Vertriebsmonitor für die Assekuranz, den der Deutscher Ring Krankenversicherungsverein und das Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen erstellt haben. Dabei haben die Forscher 286 Fach- und Führungskräfte von Versicherungsgesellschaften im deutschen Sprachraum befragt.

Bis 2030 werden die 60- bis 69-Jährigen zur größten Kundengruppe der Versicherer. Damit lösen sie die heute 40- bis 49-Jährigen ab. Wegen der nachwachsenden geburtenarmen Jahrgänge stehen gleichzeitig immer weniger junge Arbeitskräfte zur Verfügung.

„German Angst“: Deutsche Versicherer sind ängstlicher als die Schweizer

Insgesamt 80 Prozent der befragten Entscheider sehen in dieser Entwicklung das Mega-Thema der Zukunft. Die deutschen Versicherer messen dem demographischen Wandel mit 84 Prozent eine noch größere Bedeutung als ihre Kollegen in der Schweiz (77 Prozent) bei.

61 Prozent der Befragten bereiten sich mit speziellen Produkt- und Vertriebsstrategien für verschiedene Altersgruppen auf den demographischen Wandel vor. So bieten 40 Prozent der Gesellschaften Produkte für die ältere Generation, insbesondere in der Pflegeabsicherung, an.

Höhere Prämien wegen Langlebigkeit

36 Prozent der Branchenentscheider wollen ihre Tarife demnächst auf die höhere Lebenserwartung der Bevölkerung anpassen. Ein Viertel der befragten Unternehmen setzt auf Produkte, die der Tatsache, dass heutzutage immer weniger Lebens- und Erwerbsbiografien geradlinig verlaufen, Rechnung tragen.

Der Arbeitskräfte-Mangel scheint vor allem ein Problem deutscher Versicherungsgesellschaften zu sein. So gab gut die Hälfte der befragten Versicherer die Gewinnung von jungen und qualifizierten Mitarbeitern als eine große Herausforderung in der Zukunft an. In der Schweiz sieht das dagegen nur jeder Dritte als problematisch.

Um das Unternehmen für Top-Nachwuchskräfte attraktiv zu machen, setzen rund 18 Prozent aller Befragten auf Angebote zu neuen Arbeitsformen wie Auszeiten (Sabbaticals) oder Jobsharing. Damit wollen die Gesellschaften ihre Position im „zunehmend härter werdenden Kampf um die schwindende Zahl jüngerer Führungskräfte“ stärken, so die Forscher. Maßnahmen zur gezielten Nutzung des Potenzials älterer Arbeitnehmer, die über einen enormen Wissens- und Erfahrungsschatz verfügen, werden in der Studie hingegen nicht erwähnt.

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