Vermögensverwalter Mark-Uwe Falkenhain Warum nachhaltiges Investieren smart ist

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Deutliche Outperformance

Die Orientierung an sozialen, ethisch nachhaltigen und Unternehmensführungs-Kriterien bringt klar bessere Ergebnisse als das deutsche Standardwerte-Barometer. In dem Zeitraum von Juli 2007 bis März 2018 ist der Dax um 58 Prozent gestiegen. Der MSCI World legte in diesem Zeitraum immerhin 80 Prozent zu. Der GCX hängte jedoch mit einem Plus von 138 Prozent die beiden Standardwerte-Indizes deutlich ab. Vereinfacht gesagt laufen „nachhaltige“ Aktien besser als herkömmliche.

Neben einem operativ besseren Wirtschaften dürfte eine weitere Entwicklung auf lange Sicht die Outperformance von nachhaltig agierenden Aktiengesellschaften unterstützen. Immer mehr institutionelle Anleger wie Versicherungen oder Staatsfonds berücksichtigen bei ihren Investments soziale, ökologische und ethisch nachhaltige Kriterien. So haben mittlerweile verschiedene Versicherungen angekündigt, künftig nicht mehr in Kohle-Unternehmen zu investieren und diese auch nicht mehr zu versichern. Das vielleicht prominenteste Beispiel für eine nachhaltig investierende Geldsammelstelle ist der norwegische Staatsfonds.

Ölfonds schlägt den Dax

Der Fonds, der Öleinnahmen Norwegens für künftige Generationen verwaltet, hat in den zurückliegenden 20 Jahren den Dax klar bei der Wertentwicklung übertroffen. Dabei investiert der norwegische Staatsfonds nicht nur in Aktien, sondern zum Beispiel auch in Anleihen – und zwar weltweit. Er ist also wesentlich breiter diversifiziert als der Dax und damit mit weniger Risiko unterwegs.

Bessere Erträge bei geringeren Risiken: Privatanleger sollten es machen wie der Staatsfonds aus Norwegen und neben finanziellen auch soziale sowie ethisch nachhaltige Kriterien in den Investitionsprozess miteinfließen lassen. Dabei handelt es sich um einen echten Smart-Beta-Ansatz. Darunter versteht man Investitionsstrategien, die unter Einbeziehung „smarter“ Faktoren einen Markt schlagen oder mit weniger Risiken nachbilden wollen. Vielen dieser Ansätze gelingt das nicht – nachhaltige Anlagestrategien schaffen das offenbar eher.

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