Vorstands-Chaos beim Deutschen Ring

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Die Aufsichtsräte der Sach- und Lebensversicherung des Deutschen Rings haben heute mit den Stimmen der Muttergesellschaft Baloise den Komplettaustausch des bisherigen Vorstands beschlossen. Die Schweizer Baloise-Gruppe hat damit ihren Plan durchgezogen, die Geschäftsführung ihrer beiden deutschen Töchter Deutscher Ring und Basler Versicherungen zu vereinheitlichen. Die Vorstandsmitglieder der Basler Versicherungen unter der Leitung von Frank Grund ersetzen nun die bisherige Führungsriege der Lebens- und Sachversicherung des Deutschen Rings.

Bei der Deutschen Ring Krankenversicherung bleibt dagegen alles beim Alten, sprich der alte Vorstand bleibt erhalten. Als Verein auf Gegenseitigkeit hat die Baloise hier nämlich keinen Einfluss, über die Führungsriege entscheiden allein die Vereinsmitglieder.

„Mit der einheitlichen Führung der Deutschen-Ring-Leben- und Sachversicherung schaffen wir jetzt effizientere und klarere Strukturen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland zu steigern“, erklärt Baloise-Geschäftsführer Rolf Schäuble den drastischen Schritt. Die zentrale Leitung der deutschen Töchter werde in Zukunft bei der Baloise in Bad Homburg liegen, der Deutsche-Ring-Standort Hamburg solle aber erhalten bleiben, heißt es von den Schweizern.

Aufsichtsrat und Betriebsrat des Deutschen Rings kritisierten die Aktion scharf, Deutsche-Ring-Mitarbeiter gingen wiederholt auf die Straße, um gegen die Umstrukturierung zu demonstrieren. „Das wird den Deutschen Ring dauerhaft blockieren“, sagt die Betriebsratsvorsitzende Helga Reichow. Beispiel dafür sei, dass 1.000 Mitarbeiter, die einen Arbeitsvertrag mit der Sach- und Lebensversicherung sowie der Krankenversicherung haben, nun zwei Chefs unterstehen. Reichow: „Wessen Weisungen sollen die Mitarbeiter ab heute folgen? Von den effizienteren und klareren Strukturen, die die Baloise verspricht, sind wir jetzt sehr weit entfernt.“

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