Bafin verneint Krisenprüfung bei Versicherungen

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Gestern hatte die „Financial Times Deutschland“ (FTD) berichtet, größere Versicherer hätten bis zum 7. November Zeit, der Bafin die genaue Höhe ihrer Engagements bei den Banken mitzuteilen. Dies bedeuteten nicht nur direkte Beteiligungen, sondern auch besicherte und unbesicherte Anleihen, die von den Banken emittiert wurden. Zu den besicherten Anleihen zählen Pfandbriefe.

„Die deutsche Finanzaufsicht befürchtet eine Ansteckung der Versicherungswirtschaft durch die Bankenkrise“, gab die FTD als Grund für die Prüfung an.

Dem widersprach allerdings ein Bafin-Sprecher. Solche Prüfungen seitens der Bafin seien Routine und die letzte sei vor sechs Monaten durchgeführt worden. "Wenn man eine Allfinanzaufsicht ernst nimmt, muss man sich die Wechselwirkungen zwischen den Sektoren anschauen", so der Bafin-Sprecher zur Nachrichtenagentur "Reuters".

Der Sprecher stellte zudem klar, dass die Bafin als mögliche Konsequenz aus der Umfrage die Versicherer nicht auffordern werde, die Engagements bei den Banken zurückzufahren. „Wir reden den Unternehmen nicht in ihre Anlagepolitik ein." Zusätzlich zu den regelmäßigen Prüfungen führt die Bafin jährlich Stresstests durch, die die Solvabilität der Versicherer anhand verschiedener Crash-Szenarien testen.

55 Prozent der Kapitalanlagen der Versicherer entfallen auf Banken

Der Branchenverband der Versicherer, GDV, geht davon aus, dass 55 Prozent der Kapitalanlagen seiner Mitglieder – 1,25 Billionen Euro – auf Banken entfallen. Gemessen am Gesamtvolumen sind rund 14 Prozent Darlehen an Banken und 24,4 Prozent Pfandbriefe. Versicherungen investieren gerne in Pfandbriefe, da sie aufgrund eines Deckungspools eine hohe Bonität haben und in der Regel etwas mehr Rendite liefern als Staatsanleihen von höchster Bonität. 

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