Barbara Bocks
19.04.2023

ETF der Woche Per ETF in die Kryptowelt investieren

Person mit Virtual-Reality-Brille in einem Videospiel
Person mit Virtual-Reality-Brille in einem Videospiel: Kryptowährungen werden schon lange nicht mehr nur im Gaming, sondern auch für viele Zahlungsdienstleistungen eingesetzt.
© Imago Images / Panthermedia

Nach einem schlimmen Kryptojahr 2022 mit vielen Skandalen und Insolvenzen von zahlreichen Kryptofirmen wie Celsius und vor allem der großen Kryptobörse FTX kennen viele Kryptowährungskurse derzeit vor allem eine Richtung: nach oben.

Daher sind auch zahlreiche ETFs, mit Firmen, die im Blockchain-Kosmos unterwegs sind, im März auf den vorderen Rängen im Ranking der renditestärksten ETFs im ersten Quartal 2023 zu finden.

 

Die positive Entwicklung zeigt sich auch bei den beiden Währungen, die gemeinsam knapp zwei Drittel des Marktes für Kryptowährungen ausmachen, nämlich Bitcoin und Ethereum.

Lag der Ethereum-Preis am 3. März 2022 noch bei 1.227 US-Dollar, liegt er am 17. April bei um die 1.917 US-Dollar, ein Plus von knapp 56 Prozent in diesem Zeitraum.

Noch stärker ist der Bitcoin in diesem Jahr bisher gestiegen, nämlich um mehr als 80 Prozent. Von seinem Tiefpunkt Mitte November 2022, mit einem Kurs von knapp 16.000 US-Dollar, ist der Bitcoin aktuell auf knapp 30.000 US-Dollar gestiegen. 

Die Blockchain-Technologie dient aber nicht nur als Grundlage für Kryptowährungen. Sie dient auch als Basis für zahlreiche Anwendungen im gesamten Kryptobereich, die darauf aufbauen.

Dazu zählen beispielsweise:

Zahlreiche Experten sehen vor allem das sogenannte Web3 mit Metaverse-Umgebungen noch sehr in den Kinderschuhen, aber mit viel Potenzial, wenn es gelingen sollte, den Mainstream von den Anwendungen zu begeistern. Dafür müssen aber mehr Personen die Möglichkeiten und Grundlagen auch der zugrundeliegenden Blockchain-Technologie verstehen.   

 

Kryptowährungen schwanken stark

Ob sich die Kurse der Kryptowährungen und Unternehmen aus dem Space in diesem Jahr weiter so stark nach oben entwickeln, ist schwer zu sagen.

Bei den derzeitigen Kurssprüngen muss man auch bedenken, dass die Kurse im Jahr 2022 um über 80 Prozent abgestürzt sind. Die Depots von Investoren, die schon länger in Bitcoin und Ethereum investiert sind, sind also nach wie vor im roten Bereich.

Wer in Kryptowährungen investiert, sollte stabile Nerven mitbringen, da es kaum eine Assetklasse gibt, die so stark schwankt. Viele Experten vergleichen Kryptowährungen deshalb gerne mal mit dem Anfangsstadium von Aktien. 

Bitcoin (rot) und Ethereum-Kurse (blau) zwischen 2018 und 2023 © Coinmarketcap

Anleger:innen, die Interesse an der Blockchaintechnologie haben, können beispielsweise über den ETC Group Digital Assets and Blockchain Equity ETF in die Kryptobranche investieren.

Der ETF hat es sich zum Ziel gesetzt, den Solactive ETC Group Digital Assets and Blockchain Equity Index abzubilden.

Er beinhaltet vor allem Firmen aus den Bereichen digitale Vermögenswerte, Kryptowährungen und Blockchain-Technologien. Dazu zählen beispielsweise:

  • Börsenbetreiber für Kryptowährungen wie Coinbase
  • sogenannte Mining-Firmen wie Riot Platforms
  • Zulieferer und Dienstleister des Ökosystems für digitale Vermögenswerte wie Square
  • Hersteller von Hard- und Software, die den Einsatz von Blockchain-Technologien, Kryptowährungen und sogenannten Non-Fungible Tokens (NFTs) ermöglichen.
 

Welche Firmen sind im Krypto-ETF der ETC Group drin?

Zu den drei größten Positionen des Krypto-ETFs der ETC-Group zählen:

  • Riot Platforms: Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Kryptowährungen zu minen. Darüber hinaus kümmert es sich auch um die Entwicklung, den Support und den Betrieb von Blockchain-Technologien. Im Portfolio des Unternehmens sind unter anderem die Firmen Verady, Tesspay und Coinsquare vertreten: 10,3 Prozent
  • Coinbase wurde 2012 gegründet und ist eine der größten Kryptowährungsbörsen weltweit. Das amerikanische Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, Anlegern einen sicheren und regulierten Zugang zur Kryptowährungswirtschaft zu bieten. Viele entscheiden sich dafür, Coinbase als Verwahrer ihrer Kryptowährungen zu nutzen, was dem Unternehmen eine Reichweite verleiht, die über die einer traditionellen Finanzbörse hinausgeht. Aktuell hat das Unternehmen allerdings Ärger mit der amerikanischen Börsenaufsicht SEC: 10 Prozent
  • Block Inc: Das Unternehmen, das zuvor Square hieß, ist im Finanzdienstleistungs- und Mobile-Paymentbereich tätig. Das Unternehmen hat mit Cash App, eine mobile App und ein Netzwerk für Zahlungen von Person zu Person, auf den Markt gebracht, ehemals bekannt als Square Cash. Square hat Niederlassungen in Kanada, Japan, Australien und Großbritannien. Rund 5 Prozent des Umsatzes werden außerhalb der USA erwirtschaftet: 9 Prozent.

Die zehn größten Positionen des Krypto-ETFs im Überblick:

Riot Blockchain Inc 10,8 Prozent
Coinbase Global Inc 10,6 Prozent
Block Inc 9 Prozent
Marathon Digital Holdings Inc 6,6 Prozent
Nvidia Corp 5,1 Prozent
Intel Corp 4,9 Prozent
Advanced Micro Devices 4,9 Prozent
Gamestop 4,3 Prozent
Microstrategy Inc 4,2 Prozent
Microchip Technology Inc 4 Prozent

Quelle: ETC-Group-Webseite, Stand: 31.03.2023

Quelle Fondsdaten: FWW 2024

 

  • Sektor: Aktienfonds All Cap Welt
  • Wertentwicklung seit Jahresbeginn: 28,8 Prozent
  • Wertentwicklung 3 Jahre: -
  • Wertentwicklung 1 Jahr: -58 Prozent
  • ISIN: IE00BMQ8YK98
  • Auflagedatum: 15. November 2021
  • Fondsmanagement: Vident Investment Advisory
  • Fondsvolumen: 2,3 Millionen US-Dollar
  • Maximaler Verlust seit Auflage: 85 Prozent
  • Volatilität 1 Jahr: 75 Prozent

Wenn man sich die Fondsdaten genauer anschaut, wird klar, dass dieser ETF und auch ähnliche ETF-Alternativen wie

vor allem ein Investment für risikofreudige Anleger:innen sind und nicht als Basis für die Altersvorsorge dienen.

Finanzanlageexperten raten Interessierten daher eher zu einer Beimischung von Krypto-Investments in Höhe von 1 bis 2 Prozent im regulären Portfolio.

Krypto-ETFs: Renditechancen und Risiken

Der Grund dafür: Es gibt kaum eine Assetklasse, die so stark schwankt. Viele Experten vergleichen Kryptowährungen gerne mal mit dem Anfangsstadium von Aktien. 

Das Anlagesegment Kryptowährungen gibt es seit ein paar Jahren. Im Laufe der Zeit kamen dann auch die ersten ETFs für dieses Segment auf den Markt.

Das heißt, die meisten ETFs haben keine lange Historie und im Vergleich zu länger laufenden ETFs relativ geringe Volumina.

Der ETC Group Digital Assets and Blockchain Equity ETF wurde beispielsweise im November 2021 aufgelegt und schwankt ähnlich stark wie die Kryptokurse, mit einem maximalen Verlust von 85 Prozent. Das ist auch verständlich, da im Jahr 2022 der gesamte Kryptomarkt in einer schlimmen Krise war und die Kurse der meisten Währungen so stark eingebrochen sind.

Dennoch: ein solcher Verlust ist im Vergleich zu herkömmlichen breit gestreuten ETFs enorm.

 

Zum Vergleich: Der MSCI World hat 2022, seinem schlechtesten Jahr nach der Finanzkrise, bloß eine negative Rendite von minus 12,78 Prozent eingefahren.

Dafür sind aber auch die Renditechancen bei den Krypto-ETFs höher. So weist der vorgestellte ETF, ähnlich wie andere Krypto-Produkte, seit Jahresbeginn eine stattliche Wertsteigerung von knapp 44 Prozent auf.

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