GKV-Versicherte beklagen Leistungsstandard

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Mehr als zwei Drittel des Deutschen plädieren dafür, die private Krankenversicherung (PKV) für alle Bürger zu öffnen. Bei den gesetzlich Versicherten ist die Unzufriedenheit mit dem Leistungsstandard ihrer Krankenversicherung weit verbreitet. Dies sind Ergebnisse der repräsentativen Studie „Kundenkompass Private Krankenversicherung“ der Gothaer Krankenversicherung AG.

Mehr als 70 Prozent der Kassenpatienten sowie rund 80 Prozent der Privatversicherten sind dabei der Ansicht, dass private Krankenversicherungen ein höheres medizinisches Qualitätsniveau gewährleisten als die GKV. 61 Prozent der PKV-Versicherten sind mit den gewährten Leistungen sehr zufrieden, bei den GKV-Versicherten sieht das nur jeder Dritte so.

Die Gründe für die Unzufriedenheit: Sieben von zehn GKV-Kunden wünschen sich eine höhere Qualität der medizinischen Leistungen. Zwei Drittel verlangen zudem besseren Service in der ärztlichen Behandlung. Dazu zählen beispielsweise kürzere Wartezeiten bei Behandlungsterminen. 59 Prozent fordern darüber hinaus ein umfangreicheres Leistungs- und Tarifangebot.

Laut Studie weichen in der GKV Leistungsansprüche und die Realität deutlich voneinander ab. So ist lediglich jeder dritte gesetzlich Versicherte mit den Kassenleistungen für Zahnersatz zufrieden. Unter den privat Versicherten sind es dagegen rund drei Viertel der Befragten. Viele Krankenversicherte sehen demnach in der PKV das bessere Krankenversicherungssystem und wünschen sich einen leichteren Zugang. Insgesamt sprechen sich 70 Prozent der gesetzlich Versicherten und 73 Prozent der Privatversicherten für eine Aufhebung der Zugangsbeschränkungen aus.

Für die Studie wurden 1.000 Krankenversicherte im Alter von 18 bis 65 Jahren nach ihren Ansichten über private Krankenversicherungen befragt. Die Gothaer führte die Studie in Kooperation mit dem F.A.Z.-Institut und dem Meinungsforschungsinstitut forsa durch.

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