28 Fonds im Crashtest Die besten globalen Rohstoff-Aktienfonds

Lithium-Abbau nahe der bolivianischen Stadt Uyuni: Als Rohstoff für den Antrieb von Elektroautos ist das silberweiße Leichtmetall bislang unverzichtbar | © Getty Images

Lithium-Abbau nahe der bolivianischen Stadt Uyuni: Als Rohstoff für den Antrieb von Elektroautos ist das silberweiße Leichtmetall bislang unverzichtbar Foto: Getty Images

Seine Begeisterung für Materialien jedweder Art bekam Pieter Busscher quasi in die Wiege gelegt. Großvater Ingenieur, Vater Physiker – das färbt schon irgendwie ab. Und dann war da noch die Sache mit dem Kassettenrecorder. Weil seine Eltern ihm als Kind keinen kaufen wollten, musste Busscher sich ein Gerät vom Altwarenhändler besorgen und herausfinden, wie er es wieder zum Laufen bringen konnte. Schon damals hat den Manager des Rohstofffonds Robeco SAM Smart Materials eigener Aussage zufolge eine Frage ganz besonders fasziniert: Wie gehen wir damit um, dass unsere Ressourcen endlich sind? 

Eine plausible Antwort war bald gefunden, und die sich daraus ableitenden Anfordernisse beschäftigen den Fondsmanager bis heute. „Es ist im Wesentlichen der menschliche Einfallsreichtum, der immer wieder zu technologischen Durchbrüchen und der Entwicklung von Ersatzstoffen führt“, erläutert er. Deshalb sei es möglich, trotz knapper werdender Rohstoffe weiter zu wachsen. Beispiel Luftfahrt: „Kohlefasern, die viermal leichter und bis zu zehnmal fester sind als Stahl, haben es erlaubt, steigenden Treibstoffpreisen zu begegnen. Im Jahr 1970 etwa bestand eine Boeing 747 zu 80 Prozent aus Aluminium und enthielt keinerlei Kohlefasern. Bei einer heutigen Boeing 787 sind es über 50 Prozent Kohlefasern und nur noch 20 Prozent Aluminium.“

Weil er derartige Veränderungen in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellt, sieht Busscher den Robeco SAM Smart Materials auch nicht als klassischen Rohstofffonds. „Wir konzentrieren uns auf Unternehmen, die künftig von strukturellen Umwälzungen profitieren werden“, bringt er die seit 2006 gültige Strategie auf den Punkt. Bergbaufirmen wie Rio Tinto oder BHP Billiton, die beispielsweise im 5 Milliarden Euro schweren Blackrock World Mining eine Schlüsselposition einnehmen, suchen Anleger folglich im Portfolio vergebens. Stattdessen findet sich dort in vorderster Reihe mit IPG Photonics ein Produzent von Faserlasern, flankiert von Software-Anbietern wie PTC und Dassault Systèmes

Rang Fonds Punkte gesamt Pkt. Perform. Pkt. Stresstest Pkt. Aktives Mgmt. Vol. in Mio. EUR¬ ISIN
1 Robeco SAM Smart Materials 80 23 30 27 676 LU0175575991
2 Lyxor ETF MSCI World Materials 59 18 21 20 66 LU0533033824
3 Structured Solutions Next Generation Resources 49 19 10 20 67 LU0470205575
4 Carmignac Portfolio Commodities 48 16 22 10 702 LU0164455502
5 Long Term Investment Fund Natural Resources 45 23 9 13 19 LU0244072335
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Die Gegenpole Robeco SAM Smart Materials und Blackrock World Mining zeigen das Dilemma des aktuellen Crashtests auf: Der Bereich Rohstoffe umfasst ein weites Feld. Fonds, die sich darauf tummeln, lassen sich nur schwer miteinander vergleichen. Tut man es doch, fällt dieser Vergleich zumindest für die vergangenen fünf Jahre eindeutig aus: Einem Minus von 11,4 Prozent beim Blackrock-Klassiker steht ein Plus von 77,8 Prozent in Busschers Fonds gegenüber. Letzteres ist zwar nicht der Spitzenwert unter den 28 getesteten Angeboten. Doch weil sich der Robeco SAM Smart Materials im Risikoverhalten kaum von einem herkömmlichen globalen Aktienfonds unterscheidet, landet er in der Gesamtwertung mit 80 von 100 erreichbaren Punkten ganz weit vorn (siehe Tabelle oben). Für den Blackrock World Mining reicht es mit 19 Punkten immerhin noch zu Rang 13.