Abgelehntes Hilfspaket schickt Börsen auf Talfahrt

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Die fehlgeschlagene Verabschiedung des 700-Milliarden-Dollar-Pakets zur Rettung der Finanzmärkte im US-Repräsentantenhaus hat die amerikanische Börse in Panik versetzt. Nur wenige Minuten nach der Entscheidung stürzte der Dow Jones Index in einem Rutsch um fast 500 Punkte in die Tiefe. Am Ende des Tages gab der Leitindex knapp 780 Punkte ab, was einem Minus von 7 Prozent entspricht.

Besonders hart erwischte es erwartungsgemäß die Finanzwerte. JPMorgan, die Bank of America und American Express verloren jeweils mehr als 15 Prozent an Wert. Die größten Verlierer im S&P 500 – allesamt Finanztitel – büßten jeweils um mehr als 25 Prozent an Wert ein. Händler auf dem New Yorker Parkett sprachen von einem „nächsten 11. September“. Die Angst vor einer tiefen US-Rezession ließ den Ölpreis um knapp 10 Prozent fallen.

Tags zuvor haben nur die wenigsten damit gerechnet, dass der größte Staatseingriff in der amerikanischen Finanzgeschichte vom US-Repräsentantenhaus abgelehnt werden würde. Am Ende votierten 228 gegen und nur 205 für das Hilfspaket, das einen Aufkauf fauler Hypothekenprodukte vorsieht. Gescheitert ist der Entschluss in erster Linie an republikanischen Abgeordneten aus dem konservativen und liberalen Lager. Als Hauptgrund für deren Ablehnung gelten die im November anstehenden Kongresswahlen und die Angst vor Stimmenverlusten. Große Teile der US-Bevölkerung haben sich in Umfragen gegen eine aus Steuergeldern finanzierte Hilfe angeschlagener Kreditinstitute ausgesprochen.

Nun wird davon ausgegangen, dass das Rettungspaket neu gestaltet und in den nächsten Tagen erneut ins Gesetzgebungsverfahren eingebracht wird.     

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