Anleger trauen dem Dax wenig zu

Mehr als die Hälfte der deutschen Privatanleger halten es für sehr unwahrscheinlich, dass sich der deutsche Aktienindex Dax in den kommenden sechs Monaten positiv entwickeln wird. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Investmentbarometers von JPMorgan Asset Management – eine monatliche Umfrage unter deutschen Privatanlegern, die das Finanzinstitut zusammen mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) durchführt.

Gaben sich die Befragten im Vormonat noch relativ unentschlossen, ist die Anzahl derjenigen, die eine feste Meinung über die künftige Entwicklung an den Börsen haben deutlich angewachsen. „Es lässt sich derzeit eine klarere Positionierung der Anleger feststellen“, erklärt Jean Guido Servais, Marketing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei JPMorgan Asset Management.

Danach ist der Anteil der neutral positionierten Privatanleger von 32,9 auf 23,9 Prozent gesunken. Den größten Zuwachs erhielt die Gruppe der Befragten, die eine freundlich tendierende Börse für sehr unwahrscheinlich halten. Ihr Anteil stieg von 7,4 auf 23,9 Prozent.

Auf der anderen Seite hat sich auch das Lager der sehr optimistischen Anleger von 2,3 auf 7,1 Prozent vergrößert. Insgesamt rechnen 52,8 Prozent im nächsten halben Jahr nicht mit steigenden Kursen. Nur 23,3 Prozent halten höhere Indexstände für wahrscheinlich beziehungsweise für sehr wahrscheinlich.

Investmentquote nimmt weiter ab
Mit der schlechten Börsenstimmung nahm auch die Investmentquote der befragten Anleger deutlich ab. Zum Zeitpunkt der Umfrage waren nur noch 17,6 Prozent in börsennotierten Investments wie Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Fonds, Optionsscheine oder Zertifikate engagiert.

Ein leichter Trend zum Optimismus lässt sich an der Bereitschaft der Befragten, in den nächsten sechs Monaten weitere Investitionen vornehmen zu wollen ablesen. Mit 33,6 Prozent planen mehr als ein Drittel neue Engagements. Dies sind 1,2 Prozentpunkte mehr als noch im September.

Besonders beliebt sind jedoch nach wie vor sichere Anlagen. Um 6,1 Prozentpunkte auf 13,9 Prozent in der Ablagergunst gestiegen ist das Sparbuch. Auch Tagesgeldkonten werden in den kommenden Monaten wohl stärker nachgefragt – der  Anteil der Befragten, die hier ihr Geld parken möchten, ist um 3,4 Prozentpunkte auf 13,5 Prozent gestiegen.

12,0 Prozent planen den Kauf von Investmentfondsanteilen, dies sind 2,2 Prozentpunkte weniger als noch vor einem Monat. Die Bereitschaft zu Direktinvestments in Aktien (5,6 Prozent, minus 1,0 Prozentpunkt) und Zertifikate (0,7 Prozent, minus 2,2 Prozentpunkte) nahm ebenfalls spürbar ab.

Wichtig anzumerken: Das pessimistische Stimmungsbild des Investmentbarometers steht nicht unbedingt für die gegenwärtige Einschätzung der befragten Privatanleger. So gehen die aktuell veröffentlichten Ergebnisse auf eine Befragung zurück, die vom 2. bis 17. Oktober 2008 durchgeführt wurde und fiel somit in eine Zeit, in der die weltweiten Aktienmärkte besonders starke Kursverluste verzeichneten.

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