Börsen-Gewitter: Ruhiger Schlaf ab 10 Prozent Puffer?

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Die Berg- und Talfahrt an den Börsen setzt sich fort: Der deutsche Leitindex Dax erreichte mit 6.384 Punkten heute Nachmittag seinen bisherigen Negativrekord des jungen Jahres. Angesichts dessen liegen die Nerven vieler Anleger blank. Das gilt auch für diejenigen, die strukturierte Produkte mit zu geringer Flexibilität im Portfolio haben.

„Bei heftigen Kursbewegungen wie in den vergangenen zwei Tagen können Besitzer von Zertifikaten nur dann ruhig schlafen, wenn sie eins mit großem Sicherheitspuffer von mindestens 10 Prozent gekauft haben“, erklärt Funda Tarhan, Vertriebsleiterin der Derivateabteilung der ABN Amro in Deutschland.

Bei Bonuszertifikaten etwa bekommen Anleger nur dann ein Sahnehäubchen auf die Indexentwicklung ausbezahlt, wenn der Index nicht zu sehr abstürzt. Wenn allerdings der sogenannte Sicherheitslevel während der Laufzeit erreicht wird, ist der Bonus futsch, und der Anleger partizipiert an der Entwicklung des Index. Von den 3.186 Bonuszertifikaten der ABN Amro passierte dies in dieser Woche bereits bei 280 Produkten. Betroffen waren insbesondere Zertifikate auf einzelne Standardwerte aus der Finanzbranche wie Allianz, Commerzbank oder Deutsche Bank.

Allerdings: Während bei den ABN-Bonuszertifikaten nur rund ein Prozent der Produkte ihren Bonus verloren, machten Anleger mit spekulativen Knock-Out-Zertifikaten zum Teil sehr hohe Verluste: „Hier hat es seit Montag ordentlich gerummst“, so Tarhan. „Das Problem bei diesen Hebelprodukten ist, dass ihr Verkaufssignal ausgelöst wird, bevor Anleger reagieren können.“

Von den Tiefschlägen waren heute bislang beispielsweise allein 601 Produkte betroffen, die an der Börse Stuttgart gehandelt werden. Das sind zwar nur 2 Prozent aller dort gelisteten 30.338 Knock-Out-Zertifikate. Doch mit den Knock-Outs seit Montag steigt die Zahl auf immerhin 5.406 (17,8 Prozent).

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