Lionel Paquin: Der Chef von Lyxor Asset Management steht der Gesellschaft seit 2014 vor. Foto: Lyxor

Branchen-Insider

Société Générale will sich offenbar von Lyxor trennen

Die französische Großbank Société Générale will sich offenbar von Lyxor trennen. Über entsprechende Pläne berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf Branchen-Insider.

Demnach will der auch als SocGen bezeichnete Mutterkonzern den Verkauf seiner Asset-Management-Tochter noch im vierten Quartal 2020 in Angriff nehmen. Der Bankenkonzern Citigroup soll den Übergang überwachen. SocGen und Citi wollten sich auf Anfrage gegenüber Reuters nicht äußern.

Nach Auskunft der anonymen Quellen sollen sich auch bereits Interessenten gemeldet haben, die den Asset Manager gern übernehmen würden. Unter den Bietern soll sich der französische Vermögensverwalter Amundi, aber auch die Deutsche-Bank-Tochter DWS befinden.

Vermögensverwalter Lyxor hat sich stark im Geschäft mit ETFs positioniert. Laut Reuters macht das Unternehmen fast die Hälfte seines Geschäfts mit den börsengehandelten Indexfonds. Aktuell verwalte Lyxor rund 132 Milliarden Euro. Lyxor ist damit drittgrößter ETF-Anbieter Europas. Erst im Juli 2018 hatte SocGen den Kauf des deutschen ETF-Anbieter Comstage in die Wege geleitet. Mit der Commerzbank-Tochter sollte das ETF-Geschäft von Lyxor aufgestockt werden.

Die jüngsten Verkaufspläne von SocGen bringt Reuters in Zusammenhang mit dem Geschäftseinbruch in der Corona-Krise. Demnach verzeichnete Lyxor allein im zweiten Jahresquartal 2020 rund 22 Prozent Gewinneinbruch.

Laut einer anderen Branchen-Quelle, die Reuters zitiert, könnten die Franzosen außerdem bald auch über einen Verkauf ihrer britischen Privatbank-Tochter Kleinwort Hambros nachdenken.

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