Schnittblumen per Abo ins Haus geliefert: Das Crowdfunding-Projekt von Unternehmerin Franziska von Hardenberg hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Foto: Bloomy Days

Schnittblumen per Abo ins Haus geliefert: Das Crowdfunding-Projekt von Unternehmerin Franziska von Hardenberg hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Foto: Bloomy Days

Crowdfunding

Wie eine Firmengründerin in nur 93 Minuten 100.000 Euro einsammelte

//
Es hat schon ungewöhnlichere Geschäftsideen gegeben. Diese war dennoch neu und schien den nach Krediten gefragten Banken unbekanntes Terrain und damit zu riskant zu sein: Schnittblumen per Abonnement über das Internet zu verkaufen. Die Unternehmerin Franziska von Hardenberg erzählte jetzt dem Finanzportal fondsfrauen.de die Gründungs-Geschichte ihres Unternehmens Bloomy Days.

Mit ihrer damals neuen Idee war von Hardenberg bei mehreren Banken abgeblitzt. Daher schwenkte sie um und startete 2012 einen Aufruf per Crowdfunding. Hier stieß sie auf offene Ohren – und bereitwillige Kreditgeber: Nach nur 93 Minuten hatte die Gründerin des deutschlandweit ersten Schnittblumen-Versandhandels 100.000 Euro eingesammelt. Das Geld stammte von  Menschen, die von der Blumen-Abo-Idee überzeugt waren und ihr Zukunftspotenzial beimaßen: Zwischen 250 und 5.000 Euro überwiesen die Mitglieder einer Gruppe, die die Firmengründung gemeinsam finanzierte.

Das war im Frühjahr 2012. Mittlerweile beschäftigt der Schnittblumenversandhandel über 30 Mitarbeiter. Das Stammkapital für die Gründung einer GmbH habe von Hardenberg aus eigenen Mitteln aufbringen können. Über die Crowdfunding-Plattform „Seedmatch“ kamen noch einmal 100.000 Euro Startkapital hinzu.

Das Konzept kam beim Publikum an

Ihre Idee sei für jeden verständlich gewesen, schätzt die Internet-Blumenhändlerin den Grund für den spontanen Erfolg ihres Crowdfunding-Aufrufs ein. Die Crowd sei zudem ein idealer „Social proof of concept“: Die vielen Privat-Kreditgeber zeigen durch ihr finanzielles Engagement, dass das Produkt Zukunft hat und beim Kunden ankommt.

Mit ihren privaten Kleinkredit-Gebern hatte von Hardenberg keine festen Zinszahlungen vereinbart. Investoren, die es so wollten, zahlte sie nach einem vereinbarten Zeitraum ihre Anlagsumme inklusive einer Rendite aus. Die anderen sind nun ohne feste Laufzeit mittels Unterbeteiligung weiterhin im Unternehmen eingebunden. 

Einmal im Quartal reportet Bloomy Days an alle Beteiligten. Dabei erhält das Unternehmen wiederum Unterstützung durch die Crowdfunding-Plattform „Seedmatch“.

Ende 2014 wandte sich Franziska von Hardenberg noch einmal an die Crowd, um ihr Unternehmen auszubauen. Diesmal konnte sie auch eine ganze Reihe namhafter Investoren ins Boot holen und will demnächst in die Schweiz expandieren. Auch das Marketing soll noch professioneller werden.

Crowdfunding

Das alternative Finanzierungsmodell ist ein recht junges Phänomen und wird etwa seit 2010 in breiterem Umfang in Deutschland angewendet. Beim Crowdfunding unterstützt eine Vielzahl von Menschen – die Crowd – finanziell ein Projekt oder ein Produkt. Crowdfunding wird vor allem über das Internet betrieben. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Crowdfunding-Plattformen, die oft auf Investments in einem bestimmten Bereich, zum Beispiel Sport oder Wissenschaft, oder auf eine Region spezialisiert sind. Das Portal crowdfunding.de liefert Informationen und stellt viele verschiedene Plattformen vor.

Mehr zum Thema
CrowdfundingNur so verdienen Sie beim Start-up richtig mitFintech-Gründer Christopher Grätz„Beim Crowdlending investiert man in Menschen und Projekte“