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Erst steigern dann weigern Peinliche Pleite bei Diamanten-Auktion

Drei, zwei, eins ... nicht mehr seins: Auktion von Sotheby's in New York (Foto: Getty Images)
Drei, zwei, eins ... nicht mehr seins: Auktion von Sotheby's in New York (Foto: Getty Images)
Bei einer Auktion von Sotheby’s im November hat ein New Yorker Diamantenschneider drei seiner Konkurrenten bezwungen und sich im Bieterkampf um den teuersten Edelstein aller Zeiten durchgesetzt. Nun stellt sich heraus: Der Käufer kann nicht zahlen.

Der 59,6-Karat-Diamant erzielte einen Preis von 83,2 Millionen Dollar (60,3 Millionen Euro) in einer Transaktion, die von Sotheby’s garantiert wurde. Wegen des Zahlungsausfalls des Käufers hat das Auktionshaus den Edelstein nun selbst erworben, wie es vor kurzem erklärte. In den Beständen von Sotheby’s wird der Diamant mit rund 72 Millionen Dollar geführt.

“Wir befinden uns im Moment in Gesprächen mit dem Käufer, während wir aber auch Alternativen in Erwägung ziehen”, erklärte Patrick McClymont, der Finanzchef des Auktionshauses, “in der Zwischenzeit fühlen wir uns mit unserer Bewertung wohl und sehen echten Wert darin, den Diamanten zu diesem Preis zu besitzen.”

Die ursprüngliche Versteigerung vom 13. November 2013 wurde als Markt-Aufschwung und als öffentlichkeitswirksamer Erfolg von Sotheby’ gesehen. Das Auktionshaus selbst war zuvor von Investoren unter Druck gesetzt worden – unter anderem von dem Hedgefondsmanager und Milliardär Dan Loeb. Er hatte im Oktober den Rücktritt von Sotheby’s-Chef William Ruprecht gefordert sowie den internen Betrieb des Auktionshauses kritisiert.

Im Januar erklärte das Auktionshaus, es werde eine Sonder-Dividende im Gesamtvolumen von 300 Millionen Dollar ausschütten und möglicherweise einige Immobilien verkaufen. So solle mehr Geld an Aktionäre fließen.

“Die Rücknahme des garantierten Diamanten belastet die Umsätze”, meinte Analyst David Schick von Stifel Financial. Er mache sich aber keine Sorgen um den Verkauf des rosafarbenen Diamanten.

Der Edelstein hatte 2003 den dritthöchsten Auktionspreis im Bereich Kunst und Sammlerstücke erzielt, wie Daten von Bloomberg News belegen. Bei den anderen handelt es sich um das Triptychon “Three Studies of Lucian Freud” von Francis Bacon für 142,4 Millionen Dollar bei Christie’s und um das Gemälde “Silver Car Crash (Double Disaster)” von Andy Warhol, das für 105,4 Millionen Dollar bei Sotheby’s verkauft wurde.

Alle drei Spitzenauktionen des Jahres 2013 fanden in derselben Woche statt – die des Diamanten in Genf, die anderen beiden in New York City.

Der Bieterwettstreit für den Diamanten hatte nur fünf Minuten gedauert. Der Startpreis lag bei 48 Millionen Franken – und der Endpreis markierte einen Rekord unter allen jemals versteigerten Edelsteinen. Sotheby’s zufolge nannte der Gewinner, Isaac Wolf, den Diamanten in “The Pink Dream” um.

Wolf konnte von Bloomberg nicht für Rückfragen erreicht werden. Und Sotheby’s wollte sich nicht dazu äußern, wie es zu dem Zahlungsausfall gekommen ist. In einem Interview, das bei Youtube.com, hochgeladen wurde, erklärte Wolf, dass er den Edelstein mit Rückendeckung anderer Investoren gekauft habe.

“Es ist nicht so, dass ich das mit meinem eigenen Geld kaufe”, sagte er. “Es ist im Wesentlichen eine Gruppe von Investoren. Finanzleute, die mich decken. Und sie tun dies als Investment und mit der Hoffnung, einen großen Gewinn einzustreichen.”

Wie der ursprünglichen Auktionssieger weiter erklärte, sah er im Kauf des Edelsteins großartige Chancen – weil “diese ganz bestimmte Farbe des Diamanten im 10-Karat-Bereich für 2,5 Millionen Dollar je Karat verkauft wird.” Mit fast 60 Karat könne “The Pink Dream” 150 Millionen Dollar wert sein.

“Und ich habe ihn für 83 Millionen Dollar erworben”, sagte er in dem hochgeladenen Interview weiter, “also habe ich gut gekauft.”
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