Euro-Krise und „Zombie-Fonds“: Institutionelle Private-Equity-Anleger trotzdem optimistisch

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Wie das jüngste Global Private Equity Barometer von Coller Capital zeigt, sehen institutionelle Private-Equity-Investoren in den nächsten Jahren große Herausforderungen auf die Branche zukommen.

So glaubt die Hälfte der insgesamt 107 befragten institutionellen Private-Equity-Investoren aus aller Welt, mindestens einen sogenannten „Zombie-Fonds“ im Portfolio zu haben. Darunter versteht man Produkte, die die Anbieter trotz fehlender Aussicht auf Rendite und entsprechende Erfolgsbeteiligung aufrecht erhalten, um weiterhin Managementgebühren zu kassieren.

Die Investoren sind zudem skeptisch, dass sie etwas gegen solche Konstellationen unternehmen können: 72 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sie nur in wenigen Fällen eine Lösung finden werden; weitere 22 Prozent meinen, dass voraussichtlich in keinem dieser Fälle Abhilfe geschaffen werden kann. Refinanzierung wird zum Problem

Angesichts der Schwäche der heutigen Kreditmärkte ist die Mehrheit der Investoren der Auffassung, dass die Refinanzierung der aufgehäuften Schuldenberge aus Übernahmefinanzierungen, die zu einem großen Teil 2013 bis 2015 fällig werden, ein großes Risiko für die Branche darstellt.

Auch die europäische Staatsschuldenkrise macht den Investoren Sorgen. Ein Fünftel der befragten professionellen Anleger gab an, im kommenden Jahr ihre Private-Equity-Engagements in Europa aufgrund der Staatsschuldenkrise zu reduzieren. Den Europa-Anteil an ihren Private-Equity-Investments zu erhöhen, planen hingegen lediglich 11 Prozent.

Das Gesamtvolumen der Investitionen werde sich aber nicht verringern, erklären die Forscher. Denn auf globaler Ebene beabsichtigen zwar 17 Prozent der Investoren, ihren Private-Equity-Anteil zu reduzieren. 24 Prozent hingegen planen eine Erhöhung. 2012 wird ein gutes Jahr

Trotz der vielen Sorgen und Risiken zeigten sich die meisten Befragten davon überzeugt, dass 2012 ein gutes oder sogar hervorragendes Private-Equity-Jahr sein wird. Mehr als zwei Drittel der Investoren in Nordamerika teilen diese Ansicht. In Europa sind das immerhin 55, in der Region Asien-Pazifik 50 Prozent.

Auch die Erwartungen der Investoren an die Erträge aus Private Equity über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren sind fast auf das Niveau vor der Krise (Winter 2007/08) zurückgekehrt: Ein Drittel der Befragten rechnet mit einer Rendite aus ihren Portfolios von 16 Prozent und mehr; die Hälfte erwartet Erträge zwischen 11 und 15 Prozent.

Warum sich die Investoren trotz der zahlreichen Probleme so optimistisch zeigen, weiß Jeremy Coller, Investmentchef von Coller Capital. „93 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass Private-Equity-Beteiligungen zu gesünderen Unternehmen führen“, erklärt er. In den Augen der Investoren könne die Branche weiterhin ihre Erträge erzielen, indem sie Unternehmen durch Investitionen stärke und so Mehrwert schaffe.

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