Euro-Zone

IWF warnt vor Griechenland-Risiken

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In einer Studie über den Währungsraum schrieb die in Washington angesiedelte Institution, dass die Konjunkturerholung an Stärke gewinne und die Risiken für den Ausblick „ausgewogener als in den vergangenen Jahren sind“. Der IWF erklärte jedoch auch, dass die Region „weiterhin anfällig für Schwächen“ sei.

„Die Direktoren drängen die Verantwortlichen, gegebenenfalls alle verfügbaren Instrumente zu nutzen, um den Ansteckungsrisiken, die von Griechenland ausgehen könnten, zu begegnen“, schrieb der IWF am Montag in einer so genannten Artikel-IV-Beurteilung der Wirtschaftslage. „Sie verwiesen auch auf die Notwendigkeit, die Architektur der Währungsunion und die europäischen Brandschutzmauern weiter zu verbessern.“

Die Studie erscheint kurz vor Beginn der Gespräche Griechenlands mit den Geldgebern über eine neue Hilfsvereinbarung. Die Marktreaktion auf das Reformpaket sei zwar „weitgehend positiv“ gewesen, aber weitere Episoden „beträchtlicher Unsicherheit und Volatilität aufgrund der Situation können nicht ausgeschlossen werden“.

Mahmood Pradhan, stellvertretender Direktor der IWF-Abteilung Europa, sagte, die EZB habe zwar die Instrumente, um eine kurzfristige Ansteckung aus Griechenland zu begrenzen. Aber die Währungsunion benötige längerfristig bessere Puffer. Er verwies auf die Notwendigkeit, die Bankenunion zu vervollständigen und eine gemeinsame fiskalpolitische Sicherung für Banken zu schaffen.

In seiner Einschätzung schrieb der IWF, dass der Euroraum in diesem Jahr um 1,5 Prozent wachsen werde und 2016 um 1,7 Prozent. Rückenwind erhalte die Währungsgemeinschaft von dem günstigen Euro-Wechselkurs, dem niedrigeren Ölpreis und den Stützungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank. Die Inflation werde in diesem Jahr nahe bei null bleiben, bevor sie auf 1,1 Prozent anzieht. Angesichts des Inflationsausblicks werde die EZB QE über September 2016 hinaus fortsetzen müssen, erwartet Pradhan.

Neben Griechenland sieht der IWF Abwärtsrisiken durch die niedrige Inflation und einer Abschwächung in den Schwellenländern. Der mittelfristige Ausblick ist laut IWF gedämpft, die Institution verwies auf eine „chronische“ Nachfrageschwäche und geringe Rentabilität. Sie drängte die Region, die Strukturreformen voranzutreiben und die Bilanzen zu säubern, um die Kreditvergabe und Investitionen anzukurbeln.

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