Andrew Formica, Vorstandsvorsitzender Henderson Global Investors

Andrew Formica, Vorstandsvorsitzender Henderson Global Investors

Gewinnanteile

Wo gibt es die höchsten Dividenden

Der Vermögensverwalter Henderson Global Investors hat zum ersten Mal eine Studie über weltweite Dividenden veröffentlicht. Für die Untersuchung betrachtete er die weltweit 1.200 größten börsennotierten Unternehmen, die an ihre Anleger Dividenden ausschütten. Die erste Ausgabe des Henderson Global Dividend Index (HGDI) nutzt Daten der letzten fünf Jahre.

Für 2013 hält Henderson fest, dass weltweit zwar 1,03 Billionen US-Dollar an Dividenden ausgeschüttet wurden, dies aber nur 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr sind. Im Laufe der letzten fünf Jahre betrug das Durchschnittswachstum hingegen 9,4 Prozent pro Jahr. Für 2014 erwartet Henderson deshalb wieder höhere Zuwächse.

Dieser Entwicklung folgten laut Studie die Schwellenländer. Ihre Ausschüttungen hatten sich zwischen 2009 und 2011 noch verdoppelt - seit 2012 ist der rasante Lauf vorbei. Erheblich schneller gewachsen sind dagegen die Bric-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China). Mehr als 50 Prozent der Dividendensumme aus den Schwellenländern kam dorther.

Die führende Region für Aktienerträge ist Nordamerika. USA und Kanada zusammen haben in den letzten fünf Jahren ihre Ausschüttungen um 50,5 Prozent erhöht. 2013 kamen von dort 37,3 Prozent der globalen Dividenden.

Zweitgrößter Dividendenzahler bleibt Europa (ohne Großbritannien) mit 29 Prozent aller weltweiten Dividenden. Skandinavien und Deutschland schnitten vergleichsweise gut ab. Unternehmen aus Dänemark, Norwegen und Schweden konnten ihre Gewinnausschüttungen mehr als verdoppeln.

Deutsche Dividenden stiegen seit 2009 um 15,9 Prozent. Die Euro-Krisenländer hängen dieser Entwicklung jedoch hinterher. Somit wuchsen Europas Dividenden insgesamt in fünf Jahren um 1,9 Prozent im Jahr. Das ist die niedrigste Rate aller Anlageregionen.

Branchen-Spitzenreiter sind die Finanzdienstleister. Sie haben ihre Dividenden in den vergangenen fünf Jahren um 76,3 Prozent erhöht. Dies gilt allerdings nicht für den europäischen Finanzsektor. Dieser litt unter der Eurokrise und erhöhte seine Dividenden lediglich um rund ein Drittel.

Der HGDI soll zukünftig in vierteljährlichem Rhythmus erscheinen. Die Studie ist langfristig angelegt. Sie soll nicht nur einen Überblick zu Erträgen des globalen Aktienmarktes bieten, sondern es Investoren zudem leichter machen, Käufe international zu streuen.

Die komplette Studie finden Sie hier.

Mehr zum Thema