Grünen-Politiker ätzt gegen Versicherer

„Peinlich, wie die Branche versucht, von eigenen Fehlern abzulenken“

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Nicht an allem seien die Niedrigzinsen schuld, schickte der finanzpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion „Die Grünen“ jetzt eine Spitze in Richtung Versicherungsbranche. Man versuche, von eigenen Fehlern abzulenken und mache die EZB zum Sündenbock. Es steckten aber gar nicht alle Versicherer in Schwierigkeiten, sondern nur diejenigen, bei denen Versicherungsmanager Fehler begangen hätten, zitiert das „Handelsblatt“ den Grünen-Politiker.

Nicht die Anlagebeschränkungen, denen Versicherungen unterliegen, sieht Schick als Kernproblem, sondern fortgesetzte Gewinnausschüttungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. „Wenn es den Unternehmen so schlecht geht, verbieten sich Gewinnausschüttungen an die Eigentümer. Dazu muss nicht unbedingt der Gesetzgeber tätig werden. Die Bafin hat schon jetzt weitgehende Möglichkeiten, um die Stabilität einer Versicherung sicherzustellen“, so Schick.

Der Grünen-Politiker fürchtet außerdem, dass die Auffanggesellschaft der deutschen Lebensversicherer „Protektor“ im Ernstfall keine ausreichenden Mittel habe, um in Not geratene Versicherungen finanziell aufzufangen. Die Bundesregierung müsse hier handeln, fordert Schick im „Handelsblatt“.

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