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Martin Hüfner, Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Assenagon Asset Management: Es gibt keine objektiv richtige Inflation. Alles beruht darauf, wie man die einzelnen Preise zu einem Index aggregiert. | © Assenagon Asset Management

Hüfners Wochenkommentar Ein weiteres Argument für Herrn Draghi

Mir verkrampft sich immer der Magen, wenn ich von der Zentralbank höre, die Preissteigerung sei zu niedrig. Die Geldpolitik müsse weiter daran arbeiten, um sie wieder nach oben zu bringen. Wie kann eine Institution, die für einen stabilen Geldwert zuständig ist, so etwas sagen? 

Es passt auch so gar nicht zu der Lebenswirklichkeit des Verbrauchers. In der Tabelle habe ich willkürlich eine Reihe von Preisveränderungen in Deutschland aufgeführt (veröffentlicht vom Statistischen Bundesamt).

 

Molkereiprodukte und Eier beispielsweise sind in den letzten zwölf Monaten um 12  Prozent teurer geworden (Butter sogar um 64  Prozent). Für Spielzeug mussten 5  Prozent mehr ausgegeben werden. Für Pauschalreisen hatte man 4  Prozent mehr auf den Tisch zu legen. Bankdienstleistungen kosteten 4  Prozent mehr. Ich kenne niemand, der sich wünschte, für diese Dinge mehr zu bezahlen.

Natürlich ist auch manches billiger geworden. Der größte Posten sind die Dienste ambulanter Pflegeeinrichtungen, für die 38  Prozent weniger aufgewendet werden musste. Das haben die wenigsten Verbraucher gemerkt und wenn, dann haben sie es sicher nicht mit der Inflation in Verbindung gebracht. 

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