Jim Rogers

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Jim Rogers zur Griechenland-Rettung: Zu viel und trotzdem nicht genug

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Der Schuldenschnitt für Griechenland kam für den Starinvestor Jim Rogers überraschend. „Nicht in einer Million Jahren“ habe er damit gerechnet, dass die Euro-Länder dem hellenischen Pleite-Staat 50 Prozent seiner Schulden erlassen. „Das zeigt, dass die Verantwortlichen den Ernst der Situation endlich begriffen haben“, erklärte Rogers gegenüber „Investment Week“.

Eine 50-prozentige Abschreibung der von den Banken gehaltenden griechischen Anleihen hat zur Folge, dass Kreditausfallversicherungen in Höhe von 3,7 Milliarden US-Dollar bereitgestellt werden müssen, sagte der Finanzinvestor. Dies sei zwar mehr, als er erwartet habe, aber trotzdem nicht genug, um Europas Probleme nachhaltig zu lösen.

„Die Politiker haben schon wieder zu spät reagiert“, erklärte Rogers. Das Problem kehrt in wenigen Wochen oder Monaten wieder zurück – nur noch schlimmer, da die Europäische Zentralbank (EZB) und die anderen Euro-Länder dann noch tiefer in der Schuldenkrise stecken würden. „Die meisten europäischen Staaten fahren ihre Schulden eher hoch, anstatt sie zu senken“, so Rogers. Das werde sich früher oder später rächen.

„Ben Bernanke ist der schlechteste Notenbanker überhaupt“

Das gleiche Problem sieht Rogers auch in den USA. Ben Bernanke sei der schlechteste Notenbanker überhaupt, sagte der Großinvestor in einem Gespräch mit „Börse online“. „Wir gaben ihm die Notenpresse in die Hand, und nun druckt er Geld“. Das wird laut Rogers die Inflation massiv in die Höhe treiben. Feldarbeit für Sarkozy

Um das Vermögen vor einer Geldentwertung zu schützen, rät Rogers nach wie vor zum Kauf von Rohstoffen. „Sollte unsere Wirtschaftsordnung zusammenbrechen, ist es sicher kein Fehler, ein paar Gold- und Silbermünzen in der Tasche zu haben", sagte er zu „Börse online“. Auch in der Diskussion um die Spekulation mit den Agrarrohstoffen zeigt Rogers nach wie vor keine Einsicht.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, der ein Verbot der Spekulation mit Nahrungsmitteln gefordert hatte, schlägt er vor, „einen Tag lang mit seinen eigenen Händen auf dem Feld arbeiten - zwölf Stunden am Tag in der prallen Sonne, damit wir alle billige Lebensmittel bekommen." Den gleichen Vorschlag hatte er im Januar bereits DAS INVESTMENT-Redakteur Andreas Scholz gemacht.

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