Hochzeitspaar: Bei einer Eheschließung gibt es auch finanzielle Fragen zu beachten. | © Unsplash.com/Pettine Foto: Unsplash.com/Pettine

Konten, Steuern und Versicherungen

Die wichtigsten Finanztipps für frisch Vermählte

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Bereits vor der Eheschließung ist es wichtig, dass Paare einen offenen Umgang miteinander und folglich mit ihren Finanzen haben. Meistens stellt man sich gewissen Fragen nicht erst bei der Eheschließung, sondern möglicherweise schon beim Zusammenziehen. Bevor man sich nämlich mit Themen wie etwa einem gemeinsamen Konto befasst, ist es wichtig zu klären, wer im Alltag welche Kosten trägt. Geben beide Partner gleich viel zu den alltäglichen Kosten hinzu, oder steuert einer mehr bei, weil der Verdienst höher ausfällt?

Um finanzielle Angelegenheiten während der Ehe und im schlimmsten Fall danach zu regeln, kann es sich lohnen, über einen Ehevertrag nachzudenken. Das mag im ersten Moment befremdlich erscheinen, ist jedoch nichts Schlimmes. Solche Verträge können sogar, was das Finanzielle angeht, viel Vertrauen und Sicherheit schaffen, da beide Parteien einer Beziehung jederzeit wissen, woran sie sind.

Die Kontosituation

Frisch verheiratete Paare haben grundsätzlich drei Möglichkeiten, wenn es um das Thema Konto geht. Der Klassiker ist wohl das gemeinsame Konto. Hier fließen beide Einkommen ein, und auch alle Überweisungen sowie Abbuchungen der Lebenshaltungskosten gehen davon ab. Allerdings kann ein solches Konto unter anderem für viel Beziehungsstress führen, da in der Regel beide Zugriff auf die Kontoauszüge haben und man sich dann voreinander für getätigte Zahlungen rechtfertigen muss. Zudem gibt man ein Stück seiner finanziellen Freiheit auf. Weitere Vor- und Nachteile von Gemeinschaftskonten sind hier aufgelistet.

Bei getrennten Konten muss man sich dahingegen viel besser absprechen. Jeder hat seine finanziellen „Aufgaben“ zu erfüllen. Das bedeutet, ein Partner zahlt beispielsweise die Miete, während der andere Partner die Stromkosten übernimmt. Wichtig ist, dass hier Regeln aufgestellt und diese auch eingehalten werden. Der Nachteil ist, dass es bei Versäumnissen zu Streitereien kommen kann.  Zudem leidet die Transparenz beider Partner.

Ein Kompromiss ist das gemeinsame Haushaltskonto. Beide Partner zahlen von ihrem Konto aus gewisse Beträge auf ein drittes ein. Von dort aus werden dann Miete, Nebenkosten und Lebensmittel gekauft. Am wichtigsten ist, dass man sich bei der Entscheidung, ein gemeinsames Konto einzurichten oder nicht, einig ist.

Die erste Steuererklärung

Nicht nur im Alltag ändert sich für frisch Vermählte eine Menge, sondern auch in Sachen Steuern. Nach der Hochzeit sollte zunächst von beiden eine neue Steuerklasse gewählt werden. Dabei sind mehrere Kombinationen möglich. Wenn sich die Einkommen der Ehepartner stark unterscheiden, lohnen sich die Steuerklassen III und V. Der Partner mit dem höheren Verdienst sollte sich dabei für die Steuerklasse III entscheiden, da hier die Abzüge deutlich geringer sind und so mehr vom Gehalt übrig bleibt.

Wenn beide Ehepartner etwa gleich gut verdienen, sollte man sich für die Variante mit den Steuerklassen IV und IV entscheiden. Wählt man diese Möglichkeit mit Faktor, lassen sich spätere mögliche Nachzahlungen vermeiden.

Neben der neuen Steuerklasse haben Eheleute auch Vorteile bei den Kapitaleinkünften und können das sogenannte Ehegattensplitting nutzen. Dabei wird das gemeinsame Einkommen durch zwei geteilt. Dann erst werden die Steuern nach dem Tarif der Einkommensteuer berechnet und der Betrag dann wieder verdoppelt. Auf diese Weise lassen sich mehr Steuern einsparen, als wenn ein Ehepartner die Steuerlast alleine trägt.

Sparen beim Versicherungsschutz

Nach der Hochzeit kann durch das Zusammenlegen diverser Versicherungen eine Menge eingespart werden. Besonders hervorzuheben sind hier die Privathaftpflicht- und die Hausratversicherung. Bei der Haftpflicht ist ein Tarif für Familien deutlich günstiger als Angebote für Einzelpersonen. Zudem sind auch Kinder im Versicherungsschutz mit eingeschlossen. Allerdings müssen sie im gemeinsamen Haushalt leben und dürfen noch keinem Beruf nachgehen. Kinder in erster Ausbildung stellen in der Regel jedoch kein Problem dar.

Auch bei der Hausratversicherung macht das Zusammenlegen Sinn, da man schließlich in den meisten Fällen nur noch einen Haushalt hat. Allerdings wird dieser durch das Zusammenziehen meist größer, weshalb man unter Umständen die Versicherungssumme anpassen sollte. Bei Bedarf können auch bei weiteren Versicherungen Zusammenlegungen erfolgen, wie etwa bei der Wohngebäudeversicherung, der KFZ-Versicherung und beim Rechtschutz.

In der Ehe sollte allerdings auch vorgesorgt werden, denn immerhin lautet der Plan, als Paar bis ins hohe Alter zusammen zu bleiben. Es lohnt sich, über eine Risikolebensversicherung nachzudenken – etwa wenn einer der Ehepartner finanziell abhängig vom anderen ist. Gleiches gilt für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sowie eine Unfallversicherung. So ist das Paar für den Ernstfall gerüstet, wenn alle finanziellen Stricke reißen sollten. Zudem ist es angezeigt, sich neben der gesetzlichen Altersvorsorge über Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge zu informieren.

Insgesamt ist es von Vorteil, Finanzthemen offen anzusprechen – auch wenn das Thema Geld häufig als unangenehm wahrgenommen wird.

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