Mario Draghi

EZB wird Aktiva für mindestens zwei Jahre kaufen

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Die Notenbank in Frankfurt wird in diesem Monat mit dem Kauf von Covered Bonds beginnen und plant Käufe von forderungsunterlegten Wertpapieren (ABS) ab dem laufenden Quartal, kündigte Draghi am Donnerstag auf der Pressekonferenz in Neapel an. Zuvor hatten die Währungshüter die Leitzinsen unverändert auf Rekordtiefs belassen. “Diese Käufe werden eine erhebliche Auswirkung auf die Bilanz haben”, sagte er.

Die EZB wird Vermögenswerte von Ländern mit einem Rating von unter BBB- unter gewissen Bedingungen kaufen, erläuterte der EZB-Chef.

Das Kaufprogramm ist Teil eines Lockerungsplans, mit dem Draghi die Bilanz wieder auf das Niveau von Anfang 2012 bringen will, was bedeutet, dass Aktiva von bis zu einer Billion Euro hinzugefügt werden könnten. Seit Juni hat die EZB die Zinsen zweimal gesenkt und eine Reihe von Maßnahmen angekündigt wie Kredite für Banken mit dem Ziel die Kreditvergabe an die Realwirtschaft anzukurbeln.

Die Währungshüter seien einstimmig der Ansicht, weitere Maßnahmen zu ergreifen, sollte dies nötig sein, erklärte er.

Im vergangenen Monat hat sich die Inflation auf 0,3 Prozent abgeschwächt, den niedrigsten Wert seit knapp fünf Jahren. Die bevorzugte Messgröße der Notenbank bei den mittelfristigen Inflationserwartungen ist weiter gesunken. Das Wirtschaftswachstum in der Währungsunion ist im zweiten Quartal zum Stillstand gekommen, womit das Risiko zunimmt, dass der Euroraum das dritte Mal seit 2008 in die Rezession abrutscht.

Der EZB-Rat hatte auf der heutigen Sitzung in Neapel den Leitzins unverändert bei 0,05 Prozent belassen, wie sämtliche 60 Ökonomen in einer Bloomberg-Umfrage prognostiziert hatten. Einlagensatz und Spitzenrefinanzierungssatz blieben unverändert bei minus 0,2 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent.

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