Mega-Deals

Fusionen und Übernahmen 2015

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Einige der weltweit größten Konzerne haben dieses Jahr Akquisitionen getätigt - angefangen im Februar mit dem Zukauf von Comcast Corp. bei Time Warner Cable Inc. für 68 Milliarden Dollar, bis November, als Halliburton Co. und Actavis Plc am selben Tag jeweils Übernahmen ankündigten, die auf ein Volumen von zusammen 100 Milliarden Dollar kamen.

Insgesamt beliefen sich die Übernahmen 2014 auf 2,9 Billionen Dollar, und ein rekordhoher Anteil davon entfiel auf Transaktionen im Volumen von mehr als 10 Milliarden Dollar, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht.

Zahlreiche Gründe führten dazu, dass die Unternehmen Geld für Zukäufe ausgaben: verringerte Wachstumsaussichten, Wettbewerbsdruck und, gerade in jüngster Zeit, die Turbulenzen auf dem Ölmarkt. Einige Konzerne waren auch auf der Suche nach Partnern, ohne zum Ziel zu kommen. Für diejenigen Unternehmen, die nicht zum Zuge kamen, könnte es 2015 soweit sein.

“Die Stimmung in Bezug auf M&A ist sehr optimistisch”, sagte Phil Colaco, Managing Director bei Deloitte Corporate Finance, in Charlotte, North Carolina, im Interview mit Bloomberg News. “Wenn die Entwicklung am Aktienmarkt auch nur moderat ist, denke ich, dass der durchschnittliche Umfang der Aktivitäten steigen wird und wir einige der größeren Transaktionen sehen werden”, fügte er an.

Nachfolgend einige der Möglichkeiten:

PFIZER -- In der Pharmabranche könnte Pfizer Inc. wieder aktiv werden, nachdem der 201 Mrd. Dollar schwere US-Konzern dieses Jahr von AstraZeneca Plc eine Abfuhr erhielt. Pfizer steht vor einem stagnierenden Umsatz und begrenzten Aufwärtspotenzial für den Aktienkurs. Eine große Akquisition könnte die Lösung sein, und der Konzern hat bereits Ehrgeiz gezeigt. Zu den logischen Kandidaten zählt insbesondere AbbVie Inc. Der Umsatz des Arthritis-Medikaments Humira wird Schätzungen zufolge bis 2020 um 20 Prozent steigen und könnte die Pfizer-Sparte mit etablierten Medikamenten stärken, die eventuell abgespalten wird. Zudem werden die Aktien von AbbVie mit einer niedrigeren Bewertung gehandelt als bei den meisten anderen Unternehmen, die als mögliches Akquisitionsziel für Pfizer gelten.

“MEGABREW” -- Das ist der Spitzname für eine Fusion zwischen den Biergiganten Anheuser-Busch InBev NV und SABMiller Plc, über die schon viel spekuliert wurde. Einige Analysten sind der Ansicht, dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann die 184 Milliarden Dollar schwere belgische InBev mit der Marke Budweiser ein Gebot für den 85 Milliarden Dollar schweren Konkurrenten abgibt, um in Märkte mit schnellerem Wachstum wie Afrika zu expandieren. Es könnte eine Frage des Preises sein. Der Versuch von SABMiller im September, Heineken NV zu kaufen, schlug fehl. Mit dem Zukauf wollte sich SABMiller dagegen wappnen, selbst zum Übernahmeziel zu werden. Die Aktie notiert nahe an einem Achtjahreshoch und jeglicher Rücksetzer könnte AB InBev eine Gelegenheit bieten, zuzuschlagen.

VODAFONE-LIBERTY -- Vodafone Group Plc ist unter Druck, mit einer Gegenoffensive zu reagieren, nachdem BT Group Plc im Wettbewerb um gebündelte Dienste für Mobiltelefon, Festnetz, TV und Internet mit Gesprächen zum Kauf von EE in Großbritannien vorpreschte. Liberty Global Plc von John Malone könnte die beste Option für eine transformatorische Transaktion sein. Zwar dürfte das nicht ohne regulatorische Hürden von statten gehen, doch ist die Kombination nach Einschätzung von Analyst Ottavio Adorisio von der Société Générale “eher ein Muss denn eine Option”. Aus unterrichteten Kreisen war in diesem Monat verlautet, dass Vodafone-CEO Vittorio Colao den Schritt bereits erwäge.

DANONE-MEAD JOHNSON -- Spekulationen über diese Kombination haben sich abgekühlt, nachdem Danone plant, die Division für medizinische Ernährung zu behalten. Die Erlöse aus dem Verkauf hätten bei der Finanzierung einer Übernahme von Mead Johnson Nutrition Co. helfen können. Ein Kauf von Mead Johnson würde Danone eine stärkere Präsenz im Markt für Baby-Nahrung verschaffen - ein schnell wachsender Markt, in dem Danone mit weitem Abstand hinter Nestlé SA auf Platz zwei liegt. Nach einem Jahr, in dem Investoren Unternehmen, die Zukäufe tätigten, oftmals belohnten, könnte Danone unter Druck kommen, die Transaktion letztlich doch in Angriff zu nehmen.

Repräsentanten von Pfizer, AB InBev, SABMiller, Vodafone, Liberty Global und Mead Johnson wollten sich nicht äußern. Vertreter von AbbVie und Danone reagierten nicht auf Anfragen.

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