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PKV: Beiträge steigen um bis zu 20 Prozent

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So teilte die Versicherungsgruppe Ergo mit, dass Versicherte ihrer Tochtergesellschaft DKV künftig durchschnittlich 8 Prozent mehr zahlen müssen, bei der Victoria Krankenversicherung seien es 6 Prozent. Es gebe aber auch Tarife mit über 20 Prozent Anpassung, so eine Sprecherin der Ergo-Versicherungsgruppe gegenüber der Onlineausgabe des "Spiegel“.

Beim Krankenversicherer Debeka, mit 2,1 Millionen Vollversicherten der größte Anbieter im privaten Krankenversicherungsmarkt, soll die Preissteigerung Medienberichten zufolge bei etwa fünf Prozent liegen, Allianz, Signal und Axa heben die Beiträge um rund 3 bis 4 Prozent an.

Höhere Kosten für Ärzte, Kliniken & Co.

Wichtigster Grund für die Beitragsanpassung liegt laut der Krankenversicherer im Anstieg der Ausgaben für medizinische Leistungen. „Die größten Kostensteigerungen gibt es bei der ambulanten Behandlung und bei Zahnbehandlung und Zahnersatz“, teilt etwa die Ergo-Gruppe mit. Schuld an der Preissteigerung sei auch die gestiegene Lebenserwartung. „Denn dann müssen höhere Alterungsrückstellungen gebildet werden, um die Gesundheitskosten im Alter tragen zu können. In bestimmten Tarifen könnten die Steigerungen im Vergleich zu den Vorjahren damit ungewöhnlich hoch ausfallen.“

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Das ist besonders bei den Tarifen zu erwarten, bei denen kaum Neukunden mehr dazu stoßen. Durch die Anhebung der Wartefrist für einen Wechsel in die PKV auf drei Jahre, zeigt sich das Neukundengeschäft aktuell recht schwierig. Gesetzlich Versicherte müssen derzeit noch drei Jahre in Folge die Einkommensgrenze von 4050 Euro monatlich überschreiten um in die PKV wechseln zu können. Das soll sich aber wieder ändern, nach aktuellen Überlegungen der Regierung soll künftig wieder ein Jahr Wartezeit genügen.

Auch Kassenpatienten drohen Kostensteigerungen

Teurer wird Gesundheit ab dem kommenden Jahr wohl auch für Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). „In großem Maße“ wollten die Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben, sagte die Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, der „Berliner Zeitung“. Die finanzielle Lage der Kassen sei weiter kritisch.

Für das kommende Jahr wird ein Defizit von rund 7,5 Milliarden Euro erwartet. Rund die Hälfte davon will der Staat aus Steuermittel finanzieren. Der Rest soll nun scheinbar auf die Kassenpatienten umgelegt werden. Das verbleibende Defizit würde einen Zusatzbetrag von rund 6 Euro monatlich pro Versicherten bedeuten. Bis zu 8 Euro zusätzlich zum normalen Beitrag im Monat dürfen die gesetzlichen Krankversicherer einkommensunabhängig von ihren Mitgliedern verlangen.

Pfeiffer wirft der schwarz-gelben Koalition vor, in der Gesundheitspolitik die falschen Schwerpunkte zu setzen. An erster Stelle müsse es kurzfristig darum gehen, die Ausgaben im Krankensektor in den Griff zu bekommen: „Es kann doch nicht sein, dass die Bürger, die um ihren Arbeitsplatz bangen, immer öfter zur Kasse gebeten werden, die Einnahmen von Ärzten, Kliniken und der Pharmaindustrie aber ungebremst weiter steigen“, so die Verbandsfrau. Sie forderte mehr Wettbewerb etwa im Apothekensektor und eine Preisregulierung für neuartige, fast immer sehr teure Arzneimittel.

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