Schwarzarbeit, Drogen, illegales Glücksspiel

So viel tragen Verbrechen und Vergehen in Deutschland zum BIP bei

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Von schwarz beschäftigten Handwerkern und Reinigungskräften bis hin zu Raubüberfällen, Drogenhandel und Zwangsprostitution: Es gibt viele illegale Aktivitäten, die man unter dem Begriff Schattenwirtschaft zusammenfasst. Die Erlöse aus diesen Aktivitäten tragen zur Wirtschaftsleistung eines Landes bei - und das nicht zu knapp.

Wie die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in ihrer Studie nun herausgefunden hat, stammen 12,2 Prozent des BIPs in Deutschland aus illegalen Aktivitäten. Wer Deutschland damit für einen Spitzenreiter hält, sollte aber einen Blick auf die europäischen Nachbarsländer rund um das Mittelmeer werfen. Denn im Schattenwirtschaftsparadies Griechenland tragen Verbrechen und Vergehen mehr als ein Fünftel (knapp 23 Prozent) zur Wirtschaftsleistung bei. Vor der Krise war es noch mehr: 2007 lag dieser Anteil bei 25 Prozent. 

Auf Plätzen zwei und drei folgen Italien und Spanien mit Werten zwischen 20 und 18 Prozent. Deutschland liegt im Jahr 2015 im Durchschnitt der 21 OECD-Länder. Die USA belegen den letzten Platz als Volkswirtschaft mit den geringsten schattenwirtschaftlichen Aktivitäten.

Doch woran liegt dieser insgesamt eher hohe Anteil schattenwirtschaftlicher Aktivitäten. Die LBBW-Forscher haben zwei Einflussfaktoren entdeckt, die den Umfang der Schattenwirtschaft maßgeblich mitbestimmen. Das sind die Regulierungsdichte und die Veränderung der Erwerbsquote.

Daraus leiten die Forscher wirtschaftspolitische Handlungsempfehlungen ab,um die Schattenwirtschaft zu verringern. Zum einen könnte der Staat Regulierungen abbauen, da viele Regulierungen im Vergleich zum Nutzen erhebliche Kosten verursachen und somit die Abwanderung in die Schattenwirtschaft begünstigen. Zum anderen kann der Staat die Erwerbsquote erhöhen. Mögliche Maßnahmen wären hier die Frühverrentung einzuschränken oder die Berufstätigkeit von Frauen zu erhöhen. 

Hohe Steuern hingegen beeinflussen laut den Forschern die schattenwirtschaftlichen Aktivitäten nicht - genauso wenig, wie kürzere Wochenarbeitszeiten.

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