Quelle: Ausbildungsatlas.com

Quelle: Ausbildungsatlas.com

Studie: Banken und Versicherungen suchen sozial engagierte Abiturienten

Die Vermittlung von Werten soll bei der Ausbildung von Finanzdienstleistern künftig mehr im Vordergrund stehen. Angesichts der Finanzkrise fordern Personalverantwortliche nicht nur eine Stärkung der fachlichen Qualifikation, sondern auch die Vermittlung von ethischen Normen wie Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen und Seriosität. Das ergab eine bundesweite Studie über Ausbildungs- und Berufswege in der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche, die von der Öffentlichen Versicherung Braunschweig in Zusammenarbeit mit Professor für empirische Sozialforschung Klaus Merten aus Münster durchgeführt wurde. Dabei wurden Personal- und Ausbildungsverantwortliche von 76 Volks- und Raiffeisenbanken, 42 Sparkassen, 46 Anlageberater, 32 Versicherungen und 12 Banken befragt. Der ideale Bewerber: Ein sozial engagierter Abiturient mit Fachwissen und kommunikativen Fähigkeiten Knapp 17 Prozent der Befragten suchen sozial engagierte Kandidaten – eine Forderung, die die Forscher als völlig überraschend bezeichnen. Schließlich wurde in der Vorjahresstudie soziales Engagement überhaupt nicht erwähnt. Zudem sollen Bewerber nach wie vor neben Fachkompetenz auch kommunikative Fähigkeiten mitbringen. Dazu zählen seriöses Auftreten, sprachliche Ausdrucksfähigkeit und interkulturelle Kompetenz – Eigenschaften, die laut 38 Prozent der Befragten künftig für eine Karriere in Finanzdienstleistungsbereich entscheidender als das Fachwissen sein werden. Abitur gehört bei Privatbanken, Sparkassen und Versicherungen mittlerweile zu den Einstiegsvoraussetzungen. Lediglich Genossenschaftsbanken und Vermögensberatungen stellen auch Realschüler ein. Jeder elfte Bewerber wird eingestellt Die Finanzkrise wirkt sich nicht negativ auf das Ausbildungsverhalten der Finanzdienstleister aus. 80 Prozent der befragten Unternehmen bieten interessierten Berufseinsteigern nach wie vor Ausbildungsplätze und Traineeships an. Die Bewerberzahl liegt 2009 im Durchschnitt bei 236 Interessierten pro Unternehmen. Davon werden durchschnittlich 21 Bewerber, also jeder elfte, eingestellt. Allerdings gehen die Ausbildungsverantwortlichen mit rund 57 Prozent noch stärker als die Vorjahresbefragten (52 Prozent) davon aus, dass die Zahl der Bewerber in Zukunft abnehmen wird.

Mehr zum Thema