Yacht-Produzent statt Luxus-Yacht: Firmenkäufe der Superreichen

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Am Mittwoch vergangener Woche erhielt John Paulson den Zuschlag für sein wohlklingendes Wunschinvestment: Für 512 Millionen US-Dollar kaufte der berühmte Hedgefondsmanager den Klavierbauer Steinways & Sons. Das Unternehmen wurde 1853 von Henry E. Steinway und seinen Söhnen in New York gegründet. Mittlerweile ist der einstige Familienbetrieb mit über 1700 Mitarbeitern in elf Produktionsstätten in den USA und Europa vertreten.

Mit seinem Neuerwerb wagt sich Paulson auf ein für ihn bislang unbekanntes Terrain - die Musik -vor. Das scheint dem Finanzinvestor jedoch klar zu sein: Er will nach eigener Aussage nichts an der Qualität der Musikinstrumente ändern, weil sie „die besten in der Welt“ seien. Eine andere Strategie wird vermutlich ein anderer frischgebackener Firmenbesitzer verfolgen. Amazon-Gründer Jeff Bezos, der Anfang August für 250 Millionen US-Dollar die „Washington Post“ übernahm, wird laut Medien-Berichten die Strategie des Blatts massiv ändern. Schließlich betont der Geschäftsmann in Interviews, dass er Zeitungen nur in digitaler Form liest und das Print-Geschäft für todgeweiht hält. Experten gehen davon aus, dass Bezos der „Washington Post“ ein moderneres digitales Auftritt verpassen und eine Zusammenarbeit mit Amazon einfädeln wird.

Sylvia und Ulrich Ströher hingegen setzen gerade auf Druckerzeugnisse. Die Erben des Kosmetikkonzerns Wella, das sie sie 2003 an Procter & Gamble verkauft hatten, zahlten vorübergehend die Gehälter, die der insolvente Verlag seinen Autoren schuldig blieb. Zudem soll das Ehepaar auch an einem späteren Einstieg als Eigentümer interessiert sein.

Andreas Kaufmann setzt hingegen auf große Namen in der Foto-Industrie. Der ehemalige Lehrer, der durch eine millionenschwere Erbschaft reich wurde, kaufte sich 2004 beim damals kriselnden Fotokamera-Produzenten ein. Kurze Zeit später übernahm er die Mehrheit - und die Geschäftsführung. Im Oktober 2011 verkaufte Kaufmann allerdings 40 Prozent am Unternehmen wieder. Die Firma Leica Camera war ein Pionier in Sachen Kleinbildkamera. Das Unternehmen entstand 1986 aus der Ernst Leitz Wetzlar, dem Nachfolgeunternehmen des von Carl Kellner 1849 in Wetzlar gegründeten Optischen Instituts.

Mehr Luxus gönnte sich Wang Jianlin. Anstatt einer Yacht kaufte sich der drittreichste Mann Chinas Sunseeker, den größten Luxus-Yacht-Hersteller Großbritanniens. 320 Millionen britische Pfund bezahlte Jianlin im Juni für das Unternehmen, dessen Yachten bereits in mehreren James-Bond-Filmen zu sehen waren. Der Kauf soll Jianlins Dalian Wanda Group zugutekommen, die derzeit drei Yacht-Clubs in China aufbaut.

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