24 Fonds im Crashtest Die besten dynamischen europäischen Mischfonds

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Der Performance-Sieger: DWS Vorsorge AS (Flex)

Foto: Lorand Soha (links) und Michael Ficht

Lorand Soha und Michael Ficht müssen sich zwar in der Gesamtwertung dieses Mal mit dem zweiten Platz begnügen, liegen dafür aber im Performance-Test mit 93 Punkten weiter auf Platz 1. Grundsätzlich legt das Duo mindestens 21 Prozent des Fondsvermögens in Aktien an, bis zu 10 Prozent können sie in offene Immobilienfonds investieren. Das restliche Fondsvermögen fließt je nach Marktlage in Anleihen und Geldmarktinstrumente.

Derzeit ist der Fonds mit einem Aktienanteil von 67 Prozent offensiv positioniert. Den Anleiheanteil gewichten Soha und Ficht mit 26 Prozent, weitere 9 Prozent halten sie in Cash. In den vergangenen sechs Monaten hat das Duo damit recht wenige Änderungen an der Portfoliostruktur vorgenommen und lediglich die Kasse-Position zu Lasten des Rentenportfolios um 2 Prozentpunkte aufgestockt sowie Aktien leicht reduziert.

Auch auf regionaler Ebene hat sich wenig getan: So bilden US-Aktien mit 13 Prozent unverändert die größte Länderposition. Deutsche Aktien haben die DWS-Manager auf nunmehr rund 11 Prozent aufgestockt, britische und französische leicht auf jeweils rund 8 Prozent reduziert. Auf Branchenebene setzen Soha und Ficht den Schwerpunkt weiter bei Finanzwerten, die sie mit 13 Prozent gewichten. Je 9 Prozent Portfolio-Anteil entfallen auf Industrie- und Gesundheitstitel sowie Hauptverbrauchsgüter.

Innerhalb des Rentenportfolios hat das Team jüngst Unternehmensanleihen aufgestockt und sich aufgrund der politischen Risiken bei Anleihen aus der Peripherie Europas defensiver positioniert. Aufgestockt haben Soha und Ficht hingegen deutsche und französische Anleihen.

Für das kommende Jahr erwartet Soha neben steigenden Zinsen und einer weiteren Aufwertung des US-Dollar ein positives Umfeld für Aktien.

Der Stresstest-Sieger: GWP-Fonds FT

Foto: Thomas Grohmann (links) und Martin Weinrauter

Bei diesem bereits 1993 aufgelegten Fonds bleiben Marktmeinungen außen vor. Stattdessen bildet das von Thomas Grohmann und Martin Weinrauter entwickelte Trendfolgemodell die Basis der Portfolioentscheidungen. Die Vorgehensweise der beiden Gründer der Königsteiner Vermögensverwaltung Grohmann & Weinrauter: Kaufen, wenn die Kurse steigen – verkaufen, wenn sie fallen.

Das Aktienportfolio beträgt maximal 51 Prozent des Fondsvermögens, den Schwerpunkt bilden deutsche Titel. Im Vergleich zum Dax-Index gewichten die Fondsmanager Titel mit einer hohen Dividendenrendite stärker. Den höchsten Portfolioanteil haben derzeit BASF, Siemens, Allianz und Daimler. Gibt das Trendfolgemodell eine stabile Abwärtsbewegung vor, wird das Risiko im Fonds über den Verkauf von Dax-Futures-Kontrakten schrittweise reduziert. Steigen die Kurse, heben die Fondsmanager diese Portfolioabsicherungen in mehreren Einzelschritten wieder auf.

Für die aktive Steuerung der Investitionsquote nutzen die Fondsmanager das hauseigene G&W-Daxtrend-Modell. Aktuell ist der Fonds mit der höchstmöglichen Gewichtung im Aktienmarkt investiert.

Dementsprechend beträgt der Geldmarkt- und Rentenanteil im Fonds 49 Prozent, wovon derzeit 45 Prozent auf Renten entfallen. Bei stabiler Abwärtsbewegung der Zinsen – gleichbedeutend mit steigenden Kursen – erhöhen die Fondsmanager die Duration stufenweise über den Kauf von Euro-Bund-Futures-Kontrakten. Steigen die Zinsen, fährt das Team die Trend-Investments wieder herunter. Für die aktive Durations-Steuerung kommt das ebenfalls hauseigene G&W-Rextrend-Modell zum Einsatz.

Die erratischen Bewegungen des Dax-Index seit April 2015 haben dem Fonds zu schaffen gemacht, begründet Martin Weinrauter das vergleichsweise schwache Ergebnis über ein Jahr und drei Jahre.

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