Abgeltungssteuer: Aus für steueroptimierte Fonds?

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Der Fondsverband BVI verurteilt die Ausweitung der ausschüttungsgleichen Erträge, die letztlich das Aus für steueroptimierte Geldmarkt- und Rentenfonds bedeutet, begrüßt aber den Vorschlag einer Übergangsregelung für Bestandsanleger. Der Bundesrat hat den Gesetzgeber gebeten, die Besteuerungsregeln von steueroptimierten Geldmarktfonds zu prüfen. Das heißt im Klartext: Es könnte sein, dass steueroptimierte Geldmarktfonds, die ab sofort verkauft werden, vielleicht nicht mehr unter die Altfallregel der Abgeltungssteuer fallen, sie also keinen Bestandsschutz mehr haben. Diese Fonds versuchen, ihre Gewinne weniger aus Zinserträgen, sondern vor allem aus bisher steuerfreien Kursgewinnen zu erzielen.

Der Fondsverband BVI kritisiert diesen möglichen Ausschluss eines weiteren Produkts aus der Übergangsregelung. „Allerdings regt der Bundesrat eine geeignete Frist an, in welcher der Anleger, der bereits solche Fonds besitzt, die Produkte zurückgeben kann, ohne dass die entstandenen Kursgewinne der Abgeltungssteuer unterworfen werden“, sagte BVI-Präsident und Union-Vorstand Wolfgang Mansfeld vor Journalisten in Paris.

Als viel schlimmer stuft Mansfeld einen weiteren Vorschlag des Bundesrats ein. Dieser regt an, Kursgewinne aus Derivaten bei steueroptimierten Fonds (eine genaue Definition fehlt) und Kursgewinne aus festverzinslichen Wertpapieren zu den ausschüttungsgleichen Erträgen zu zählen. Das heißt, vom Manager auf Fondsebene realisierte Kursgewinne aus diesen Anlagen müssen wie Dividenden und Zinserträge jährlich versteuert werden. Steueroptimierte Rentenfonds würden damit ihren Reiz verlieren.

Ob diese von Bundesrat angeregten Änderungen letztlich Gesetz werden, entscheidet sich endgültig am 19. Dezember, dann soll das Jahressteuergesetz den Bundesrat passieren. Am 15. Oktober findet eine Anhörung statt, an der auch der BVI teilnimmt.

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