Unternehmenszentrale der Standard Life Investments in Schottland: Gemanagt wird der GARS Fonds aus Edingburgh.

Unternehmenszentrale der Standard Life Investments in Schottland: Gemanagt wird der GARS Fonds aus Edingburgh.

Absolute Return

GARS setzt auf ausgeklügelte Diversifikationsstrategien

Der Manager dieser raren Spezies ist Guy Stern, Head of Multi-Asset & Macro Investing bei der britischen Standard Life Investments. Er verantwortet den GARS zusammen mit einem Team aus 40 Investmentexperten. Mit einem überaus erfolgreich diversifizierten Portfolio hat der Fonds in den vergangenen Jahren Milliarden eingesammelt.

Aktien, Zinspapiere, Währungen oder Immobilien – Stern und sein 40-köpfiges Multi-Asset Team klopfen die internationalen Kapitalmärkte mit all ihren Verästelungen auf mögliche Renditechancen ab. „Allerdings denken wir bei der Auswahl von Positionen nicht nur an deren Einzelnutzen, sondern auch an die breitere Rolle der Investments für das gesamte Portfolio“, stellt der Manager klar. (Hier geht´s zum Interview).

25 bis 35 Einzelstrategien

Ein neues Engagement geht der GARS-Fonds grundsätzlich erst ein, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Erstens sollte die Position über einen Zeitraum von drei Jahren eine positive Wertentwicklung versprechen. Zweitens muss diese einen wertvollen Beitrag zur Diversifikation des Gesamtportfolios leisten.

In der Summe besteht das Portfolio immer aus 25 bis 35 Einzelstrategien. Dahinter verbergen sich einerseits klassische Long-Positionen, wie Dividendentitel aus den Industriestaaten. Denen gegenüber ist Portfoliomanager Stern derzeit positiv gestimmt.

Anderseits arbeitet das Portfoliomanagement akribisch Ineffizienzen an den Aktien-, Renten- und Devisenmärkten heraus. Die gewonnenen Erkenntnisse werden über Terminmarktinstrumente umgesetzt. Das Hauptziel der gewählten Strategien besteht dabei stets darin, durch eine wirkungsvolle Diversifikation attraktive Renditen unter möglichst geringen Schwankungen des Gesamtportfolios zu erwirtschaften.

Aktienähnliche Renditen bei niedrigerer Volatilität

Für ihre Anleger und Investoren, darunter auch viele Pensionseinrichtungen, streben die GARS-Manager einen durchschnittlichen jährlichen Wertzuwachs von fünf Prozent gegenüber dem Euribor über den rollierenden Drei-Jahres-Zeitraum an. Diese Messlatte haben sie bisher stets übertroffen: Der GARS erwirtschaftete seit seiner Auflage im Jahr 2006 eine annualisierte Rendite von acht Prozent auf Euro-Basis vor Abzug von Gebühren. „Die realisierte Volatilität lag dabei gerade einmal bei 5,7 Prozent“, stellt Portfoliomanager Stern heraus.

Der in sämtliche liquide Assets investierende Fonds erzielte somit aktienähnliche Renditen. Die starken Schwankungen dieser Anlageklasse blieben den Anlegern des GARS-Fonds jedoch weitgehend erspart. Viele andere vermögensverwaltende Fonds streben ein derartiges ähnliches Chance-Risiko-Profil an, scheitern dabei jedoch nicht selten an den teils unberechenbaren Ausschlägen der Kapitalmärkte.

Mit Aktien- und Kreditpositionen durch die Finanzkrise

Im Verlauf der Weltfinanzkrise im Jahr 2008 konnte der von Stern und seinem Multi-Asset-Team gemanagte Fonds seine Krisenfestigkeit unter Beweis stellen. „Der GARS erwies sich als wesentlich stabileres Investment als viele andere Anlageklassen und Fonds“, erläutert der Portfoliomanager. Der maximale Drawdown belief sich damals auf 14,3 Prozent. Im Vergleich dazu verzeichneten globale Aktien ein Minus von -52,9 Prozent. Der GARS konnte seine Verluste durch eine starke Performance im Folgejahr bereits bis Mai 2009 ausgleichen.

Stern hebt hervor, dass seinerzeit keine hektischen Umschichtungen notwendig waren: „Durch seine langfristige Betrachtungsweise konnte sich der Fonds die Wertschöpfungsmöglichkeiten zunutze machen, die durch die Kursverluste entstanden waren.“ Im vierten Quartal 2008 erhöhte der GARS seine Gewichtung von Aktien- und Kreditpositionen – was sich als goldrichtig erwies.

Im Jahr 2013 erwirtschaftete der Fonds vor Gebühren eine Rendite von 7,4 Prozent. Ein guter Teil dieses Wertzuwachses entfiel auf Kursgewinne der eingegangenen Aktien- und Renteninvestments. „Wir hätten aber auch unter ganz anderen Marktbedingungen Gewinne erzielen können, wenn auch mit einer vollkommen anderen Gewichtung der Beiträge zur Performance“, betont Stern.

Vierfach diversifiziert

Eine scheinbar utopische Aussage. Doch wer den Ansatz der Manager von Standard Life Investments näher betrachtet, versteht wie unterschiedlichste Schwankungsrisiken gedämpft werden können. „Uns stehen vier Varianten der Diversifizierung zur Verfügung“, erklärt der Portfoliomanager. Zunächst einmal investiert der GARS in die internationalen Aktien-, Anleihen- und auch Immobilienmärkte und vereinnahmt damit die Risikoprämien dieser Anlageklassen. Des Weiteren versuchen die Fondsmanager, durch die aktive Auswahl einzelner Wertpapiere die Vergleichsindizes zu schlagen, mithin eine Überrendite (Alpha) zu generieren.

Hinzu kommen direktionale und relative Value-Strategien. Bei Letzteren bevorzugt das Portfoliomanagement beispielsweise einen Aktien- oder Anleihenmarkt gegenüber einem anderen. Ist das Team also der Meinung, deutsche Aktien entwickeln sich besser als französische, wählt es vorzugsweise diese Anlagestrategie.

Direktionale Strategien wiederum zielen darauf ab, von einer erwarteten Bewegung am Renten- oder Devisenmarkt zu profitieren. Das kann etwa ein fallender Euro oder ein anziehendes Zinsniveau am US-Rentenmarkt sein. Von entscheidender Bedeutung ist, dass die beiden Strategien weitgehend marktneutral funktionieren – sie können also auch bei allgemein fallenden Aktien- oder Anleihenotierungen positive Renditen erwirtschaften. Damit leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Stabilisierung des Gesamtdepots.

„Der GARS funktioniert im Kern also ganz nach der Devise, nie alles auf eine Karte zu setzen“, erklärt Stern. Europaweit findet derzeit kaum ein aktiv gemanagter Fonds mehr Zuspruch bei Anlegern. Allein die 2011 aufgelegte SICAV-Variante für Investoren aus Kontinentaleuropa bündelt inzwischen Anlegergelder in Höhe von fast sieben Milliarden Euro.

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