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Arabien: Antizyklisches Investieren lohnt sich

Antizyklisches Investieren wurde immer belohnt – und jetzt bietet die arabische Krise eine gute Gelegenheit dazu. Nachdem in Tunesien und Ägypten die bisherigen Machthaber aus dem Amt gedrängt wurden, kehrt dort bereits wieder Normalität ein.

Die Übergangsregierungen werden alles daran setzen, Stabilität zu schaffen – politisch und wirtschaftlich. Und obwohl in einigen weiteren Staaten der Region die Bevölkerung noch auf den Wechsel hofft, wird es doch keinen Flächenbrand, vor allem keinen Bürgerkrieg, geben.

Neuer Schwung für die Region

Entscheidend ist, dass die Ölstaaten ruhig geblieben sind und weiterhin stabil bleiben werden. Das betrifft auch Saudi-Arabien, wo die Ausgangslage noch am ehesten einen Ausbruch von Unruhen hätte vermuten lassen.

Damit sind die größten Ängste vom Tisch, dass in einer für die Weltwirtschaft ebenso wichtigen wie spannungsreichen Region auf Dauer Chaos und Tumult herrschen könnten. Die Region hat ihr Gesicht verändert – und geht jetzt mit neuem Schwung voran.

Chancen für Anleger

Klar zu sagen ist, dass sich ein Einstieg in die Region vor allem für spekulative Anleger eignet. Denn die grundlegende Einschätzung der politischen Lage hat sich gegenüber der Zeit vor der Krise nicht entscheidend geändert: Die Unruhen werden die Region nicht destabilisieren. Sollten sich aber Spannungen zwischen Nationen entladen, hätte dies direkten Einfluss auf die Wirtschaft in der Region, den Ölpreis und die Kurse.

Als Manager des Meridio Arab World hatten wir ohnehin die als risikoreich anzusehenden Märkte Tunesien, Algerien, Marokko genauso wenig im Portfolio wie die Märkte in Bahrain, Oman, dem Jemen oder Syrien. Aus ganz Nordafrika halten wir lediglich drei Aktien aus Ägypten, dem größten Markt der Region. Iran und Irak etwa als ständige und bekannte Unruheherde waren und sind in den Märkten bereits eingepreist.

Die politischen Börsen, die wir gerade sehen, haben aber kurze Beine – die Erholung setzt jetzt rasch ein. Zuerst reduzieren sich die Angstabschläge an den Börsen der Region – die Märkte kehren zu den Vor-Krisen-Bewertungen zurück. Dann wird ein neuer, zusätzlicher Schwung erzeugt, der die Kurse treiben wird. Und hier können risikofreudige Anleger durchaus profitieren – als Antizykliker.
Zum Autor: Uwe Zimmer ist Vorstandsvorsitzender des Vermögensverwalters Meridio AG und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de. In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.

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