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Pilnys Asia Insights Investieren im asiatischen Jahrhundert

Supertrees im Garden by the Bay in Singapur
Supertrees im Garden by the Bay in Singapur: Der asiatische Inselstaat zählt zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften | Foto: IMAGO / Andia

Mit dem Aufstieg Japans zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann das asiatische Zeitalter. Seither suchen Geschwindigkeit und Ausmaß dieser tektonischen Plattenverschiebung ihresgleichen.

Mit durchschnittlich 7 Prozent pro Jahr ist Asien die wirtschaftlich am schnellsten wachsende Region weltweit, die mit ihren vier Milliarden Einwohnern rund 60 Prozent der globalen Bevölkerung beheimatet. Auf dem flächenmäßig größten Kontinent der Erde lebt somit mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung in Dutzenden Ländern mit unterschiedlichsten Lebensstandards, Wirtschafts- und Staatsstrukturen sowie Wertesystemen.

Schon heute trägt Asien mehr als ein Drittel zum globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, bis 2040 sollen es mehr als zwei Drittel sein. 2020 wurden 60 Prozent des weltweiten Wachstums in Asien erwirtschaftet. Deshalb überrascht es kaum, dass zehn der zwölf in den vergangenen 25 Jahren am schnellsten gewachsenen Volkswirtschaften in Asien liegen, darunter Malaysia, Indonesien und Singapur.

Vom Binnenmarkt in die Weltspitze

Während die westliche Welt mit Überalterung, Politikmüdigkeit und Verschuldung kämpft, verfügen die meisten Länder Asiens über eine junge lern-, leidens- und leistungsfähige Bevölkerung. Asiatische Unternehmen bilden sich als Global Champions heraus, die mit spektakulären Übernahmen von sich reden machen. Im Umkreis beinahe jeder asiatischen Metropole leben innerhalb eines Radius von drei Flugstunden mehrere Millionen Konsumenten der Mittelschicht. Diese verfügen über Einkommen, Geschmack, hohe Qualitätsansprüche und eine starke Markenaffinität.

In Asien werden technische Standards gesetzt, Innovationen entwickelt und angewendet. Asiatische Hidden Champions sind aufgrund der Skalierbarkeit ihrer Geschäftsmodelle und der riesigen, oft streng geschützten Heimatmärkte erfolgreich im Binnenwettbewerb und mit prall gefüllten Kriegskassen auf dem Sprung auch weltweit zu dominieren. Durch Innovationskraft und Qualitätsbewusstsein nebst Fertigungstiefe erobern sie immer neue Branchen oder erschaffen diese vollkommen neu. Grundlagentechnologie wurde beispielsweise eifrig eingekauft, abgepresst oder kopiert, in der Regel aber weiterentwickelt. Das sogenannte leapfrogging, also das Auslassen von Branchen und Business Modellen, erleichtert den asiatischen Unternehmen den Aufstieg zur Weltspitze.

Chinesische Unternehmen führen

Viele asiatische Staaten haben seit der Währungskrise 1997 Strukturreformen durchgeführt und verfügen über enorme Devisenreserven, Leistungsbilanzüberschüsse, steigende Einkommen, zunehmenden Konsum sowie Nachholbedarf bei der Infrastruktur. China und Länder wie Vietnam und Taiwan sind zudem gut durch die Covid-19-Pandemie gekommen. Nicht zuletzt deswegen dürfte China schon 2028 zur weltgrößten Volkswirtschaft vor den USA, Indien und Japan aufsteigen. Chinas Volkswirtschaft wird dann sechsmal so groß sein wie die an fünfter Stelle folgende deutsche. Diese war 2000 noch fast doppelt so groß wie die chinesische.

Die globale Wachablösung findet auch auf Unternehmensebene statt. So wurden 2019 erstmals mehr chinesische (133) als US-amerikanische Unternehmen (121) unter den Global-Fortune-500-Unternehmen verzeichnet. Schätzungen zufolge werden 2030 bereits 200 chinesische nur noch 100 US-Unternehmen gegenüberstehen.

2018 betrug die globale Marktkapitalisierung nordamerikanischer (europäischer) Unternehmen noch 46 Prozent (19 Prozent), die von chinesischen (anderen asiatischen Unternehmen) nur 14 Prozent (17 Prozent). 2030 erwartet die Weltbank mit 28 Prozent (16 Prozent) für die Unternehmen Chinas (des Rests von Asien) und nur noch 25 Prozent (14 Prozent) für die USA (Europa) eine Umkehrung.

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