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Asset Management „Tech-Advisor-Trend könnte zum Verhängnis werden“

Martin Gilbert ist Vorstandschef von Aberdeen Asset Management.
Martin Gilbert ist Vorstandschef von Aberdeen Asset Management.
„Ich werde dafür bezahlt, dass ich Paranoia habe – Paranoia über die Gefahren, die unser Geschäft bedrohen könnten“, sagt Gilbert im Interview mit Fonds professionell. Aktuell sei das von ihm mitgegründete Unternehmen von der Digitalisierung bedroht: „Theoretisch könnte dieser Tech-Advisor-Trend uns zum Verhängnis werden.“

Darauf will Gilbert vorbereitet sein. Denn noch fehle den innovativen Newcomern das notwendige Kapital, um sich gegen die Platzhirsche durchzusetzen. Und die angegriffenen klassischen Fondsanbieter reagieren bereits auf die Konkurrenz, indem sie Modelle der so genannten Robo-Advisor in ihr eigenes Geschäftsmodell übernehmen.

Vermögensberater in Bedrängnis

Aberdeen zum Beispiel übernahm das Fintech-Unternehmen „Parmenion Capital Partners“. Die Firma aus dem südenglischen Bristol unterstützt freie Vermögensberater dabei, die Techniken aus der automatisierten Finanzberatung als modernes Hilfsmittel in Kundengesprächen anzuwenden.

Die klassischen Finanzberater selbst würden durch die zunehmende Digitalisierung der Branche allerdings ebenfalls arg in Bedrängnis gebracht, so Gilbert weiter. „Vermögensberater müssen diese Entwicklung fürchten.“

Wenn sie sich der Entwicklung nicht anpassten, verlören sie den Kontakt zur jüngeren Generation, die sehr offen für eine Online-Vermögensberatung sei. Gilbert: „Ein Berater darf nicht darauf hoffen, dass ihm die Kinder die Treue halten, bloß weil er die Eltern gut betreut hat.“
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