Gips am Fuß: Selbst bei nicht schwerwiegenden früheren Erkrankungen lohnt sich eine Risikovoranfrage, meint der Versicherungsexperte. Foto: Getty Images

Gips am Fuß: Selbst bei nicht schwerwiegenden früheren Erkrankungen lohnt sich eine Risikovoranfrage, meint der Versicherungsexperte. Foto: Getty Images

Bei Vorerkrankungen und „kleinen Lappalien“

BU-Antrag nicht ohne Risikovoranfrage stellen

//

„Wenn Sie bei einer Versicherung direkt einen Antrag stellen und diese lehnt sie anschließend ab, so ist die Nichtannahme bei der nächsten Anfrage die wahrscheinlichste Möglichkeit, erklärt Finanzberater Tobias Bierl auf seiner Homepage das Prozedere, wie die Versicherer mit den Anträgen auf den Schutz gegen Berufsunfähigkeit (BU) verfahren. Denn bei einem offiziellen Antrag kommen Antragsteller laut Bierl in eine gemeinsame Datenbank der Versicherer, nämlich die sogenannte „HIS Datei“. 

„Bei allen weiteren Anträgen gleicher Art muss in der Regel ein abgelehnter oder mit Erschwernissen angenommener Versicherungsantrag angegeben werden“, schreibt Bierl. Der nächste Versicherer würde durch einen Blick in die Sonderwagnisdatei von dem Eintrag erfahren und den Antrag sehr kritisch prüfen. Damit wäre eine Ablehnung oder eine Versicherung zu schlechteren Konditionen vorprogrammiert.

Um diesem Risiko vorzubeugen, stellt Bierl für seine Kunden vor der Antragstellung eine sogenannte Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern. „Die Entscheidung des Prüfers steht zwar meist unter dem Vorbehalt der abschließenden Prüfung bei Antragseinreichung durch die Gesellschaft, hat aber in der Praxis jedoch eine gewisse Verbindlichkeit“, erklärt der Versicherungsexperte.

Risikovoranfrage auch bei "kleinen Lappalien" sinnvoll

Selbst bei Vorerkrankungen, die man eher als „kleine Lappalien“ ansieht, sollte man die Risikovoranfrage stellen, rät Bierl. Es sei zwar für beide Seiten mit etwas mehr Arbeit verbunden, aber so umgehen Kunden eine Ablehnung ihres Antrages oder einen Risikozuschlag. „Selbst bei nicht schwerwiegenden Erkrankungen folgt sehr schnell eine Ausschlussklausel für die Wirbelsäule oder auch ein Beitragszuschlag von 25-200 Prozent - alles schon erlebt.“

Mehr zum Thema
BerufsunfähigkeitsversicherungSo begründen die BU-Versicherer ihre Absage an das Helberg-ModellBerufsunfähigkeitsversicherungBU-Versicherer reagieren distanziert auf Makler-VorschlagBU-Experten-Tag 2016Berufsunfähigkeit richtig beraten