Blick ins Jahr 2030

So werden wir uns in Zukunft versichern

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Peter Schmidt, Versicherungsexperte und Unternehmensberater wagt einen Blick in die Zukunft der Assekuranz. In seinem Kommentar beim Tagesbriefing ergründet er, wohin uns digitale und technische Entwicklungen führen werden. Die Versicherungsbranche werde auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, ist er überzeugt. Ihre Investitionen in die Wirtschaft, beispielsweise in neue Energien wie Windparks, bildeten schon heute Eckpfeiler der Volkswirtschaft.

Was sich aber ändern werde, sei die Art und Weise wie Versicherung und Vermittler miteinander kommunizierten – auch wenn der Kontakt mit den Kunden das Kernelement bleibe. Denn diese nutzten heute bereits Angebote der Fintechs, Insurtechs und anderer Finanz-Start-ups mit stark wachsender Tendenz.

Google, Facebook und Co als Gefahr

Gefahr droht laut Schmidt auch von den großen Datensammlern wie Google, Facebook, Apple und Co. Sie werden ihre Informationen noch viel stärker bei Versicherungsprodukten einsetzen. Smartphones und Telematiktarife liefern irgendwann vielleicht mehr Daten als einem lieb sein kann, warnt der Experte. Schon heute erfasst das Smartphone, in welchem Restaurant man isst, wo man Urlaub macht und mit welchen Menschen man sich umgibt. So scheint es keine Utopie zu sein, dass über eine Smartwatch bald Angebote über eine Insurance-Flat aufploppen. Die Daten des Risikoverhaltens lägen den Versicherern vor.

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Besonders stark wird der Druck auf Kfz-Versicherungen. Der Anreiz für Neueinsteiger auf dem Markt liegt auf der Hand: 110 Millionen Verträge mit einem Beitragsvolumen von 24,4 Milliarden Euro sind ein attraktives Geschäftsfeld. Die Unternehmensberatung Roland Berger sieht hier neue Geschäftsmodelle wie Carsharing, das vernetzte Fahrzeug und die Verbreitung von Assistenzsystemen als große Konkurrenz für herkömmliche Anbieter. Ihre Zahl sinkt und wird bis 2030 nochmals spürbar abnehmen, so die Prognose der Berater.

Für einfache Versicherungen gibt es Apps


Ein  ähnliches Schicksal werden alle relativ einfachen Versicherungsprodukte erleiden. Eigene Apps kommen zu spät, denn Onlineportale sind schon da. Deshalb ist dem Plan, neue Ideen allein in den Markt bringen zu wollen, eine enge Grenze gesetzt. Eigene Datenerfassungssysteme aufzubauen kostet die Versicherer viel Geld. Bleibt die Frage, warum Google und Co ihnen Daten für Angebote liefern sollen, die sie irgendwann selbst nutzen könnten.

Peter Schmidt sieht nur einen Weg: Anbieter müssen kooperieren, gemeinsame Ressourcen für den digitalen Umbruch aufbauen. Denn das Wissen über den Kunden entscheidet den Wettbewerb. Und der will Transparenz statt Verführung. Er will Services, die sich im Zweifel minütlich anpassen. Sein Fazit: Die Zukunft wird interessant, aber sie stellt die Anbieter vor gewaltige Herausforderungen.

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