Bloomberg Riskless Return Ranking

Pimco-Fonds Schlusslicht

Bill Gross nimmt Investoren bei seinem 232 Milliarden Dollar schweren Pimco Total Return Fund auf eine stürmische Fahrt mit. Der weltweitgrößte Anleihefonds erzielte den schlechtesten risikobereinigten Ertrag - mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate und auf 16 US-amerikanische Fonds, die in Anleihen mit einer mittelfristigen Laufzeit investieren. Das geht aus dem neuesten Bloomberg Riskless Return Ranking hervor.

Ein anderer Fonds von Pacific Investment Management Co., der Pimco Income Fund, schlug sich hingegen recht gut. Er landete in dem Ranking auf dem zweiten Platz. Berücksichtigt wurden Fonds mit einem Anlagevolumen von mindestens 5 Milliarden Dollar.

Der risikogewichtete Ertrag, der nicht annualisiert ist, wird berechnet, indem der Gesamtertrag durch die Volatilität - oder die täglichen Kursschwankungen - geteilt wird. Eine höhere Volatilität legt den Schluss nahe, dass es in kürzerer Zeit zu stärkeren Kursschwankungen kommen kann. Das erhöht letztlich das Risiko von Verlusten.

In den vergangenen drei Jahren hatte die Volatilität im Pimco Total Return Fund in jedem einzelnen Jahr zugenommen. Das senkte den risikobereinigten Ertrag.

In den jüngsten zwölf Monaten kamen zu den Kursschwankungen auch noch sinkende absolute Erträge hinzu. Pimco-Mitbegründer Gross hatte offenbar den Zeitpunkt und die Auswirkungen der Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve, ihre monatlichen Anleihekäufe zurückzufahren, falsch eingeschätzt.

Gross hatte etwa auf fünfjährige Treasuries gesetzt - eine Wette, die schief ging. Die Renditen bei den Papieren haben sich seit Mai mehr als verdoppelt - die Kurse fielen. “Bei dem Fonds hat es immer Volatilität gegeben”, erklärt Todd Rosenbluth, Chef der Investmentfonds-Analyse bei S&P Capital IQ, in einem Interview mit Bloomberg News. “Es ist nur einfach so, dass Investoren sonst dafür belohnt wurden - und dieses Mal eben nicht.”

Der Pimco Total Return Fund büßte in dem am 31. März beendeten Zwölfmonatszeitraum rund 1,2 Prozent ein - er musste sich damit 88 Prozent vergleichbarer Fonds geschlagen geben. Das zeigen Daten von Bloomberg. Zudem lag die Volatilität des Fonds bei etwa 4,3 - vergleichen mit einem Durchschnitt von rund 3,6 Prozent in der Vergleichsgruppe.

“Es ist wichtig, die Entwicklung eines Fonds mit seiner Benchmark zu vergleichen, nicht nur mit anderen Investmentfonds. Diese könnten risikoreichere oder höher rentierende Anlagen beinhalten. Der Total Return war in den vergangenen sechs Monaten, zwei, fünf und zehn Jahren besser als sein Index”, sagte Mark Porterfield, ein Sprecher von Pimco.

Der frühere Fed-Vorsitzende Ben S. Bernanke hatte im Mai 2013 angedeutet, dass er das Anleihekaufprogramm der US- Notenbank reduzieren könnte. Das hatte dann zu einem Ausverkauf bei den vom Pimco Total Return gehaltenen mittelfristigen US- Staatsanleihen und inflationsgeschützten Bonds geführt.

Vergangenen Monat deutete dann wiederum die neue Fed-Chefin Janet Yellen an, dass die Zinsen früher und schneller steigen könnten, als zuvor angenommen. In diesem Fall wurden dadurch Verluste bei kurzlaufenden Anleihen ausgelöst - dem Kernstück des Portfolios von Gross.

Mit Stand vom 28. Februar steckten 79 Prozent der Anlagen des Pimco Total Return in Anleihen mit einer Restlaufzeit von fünf Jahren oder weniger. Das geht aus Angaben auf der Internetseite der Fondsgesellschaft hervor. Zudem verfügte der Fonds über eine Short-Position bei Bonds mit Laufzeiten von 20 Jahren oder mehr. Das bedeutet, Gross hatte darauf gewettet, dass die Kurse dieser Wertpapiere nachgeben würden.

“Gross hat keine Angst davor, Risiken einzugehen”, sagt Analyst Jeff Tjornehoj von Lipper in Denver, in einem Gespräch mit Bloomberg News. “Wenn man richtig liegt, kann man sehr richtig liegen. Aber bei ihm gab es zuletzt diese Momente, wo seine Annahmen zum Markt danebenlagen.”

Mehr zum Thema