Börse Frankfurt profitiert von Frühjahrsmüdigkeit

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„Der Einäugige ist unter den Blinden König.“ Diese Redewendung trifft derzeit auch auf Deutschlands Marktplätze für Investmentfonds zu. Die Börse Frankfurt vermeldete gestern einen Rekordstand beim Marktanteil im Fondshandel: 60 Prozent des gesamten Orderbuchumsatzes deutscher Parkettbörsen wurde am Main verzeichnet. 

„Momentan ist es an der Börse sehr ruhig, denn kaum Investoren wollen sich vor den Sommerferien festlegen“, erklärt Christoph Schmidt, Analyst bei N.M. Fleischhacker. Die Wertpapierhandelsbank stellt für Anleger die Kauf- und Verkaufkurse an der Frankfurter Börse. „In solchen Phasen gibt es besonders viele Orders dort, wo noch vergleichsweise viel Handel stattfindet, denn hier ist laufend für Liquidität gesorgt.“ 

„Ähnlich ist die Situation an hektischen Tagen“, so Schmidt weiter. „Nur an durchschnittlichen Börsentagen verteilt sich der Umsatz.“ Die Frankfurter Börse ist dann immer noch Marktführer, aber mit vergleichsweise geringem Anteil von weniger als 50 Prozent. 

Gestern entfielen 55,5 Prozent des gesamten Ordervolumens auf den Handel mit Indexfonds. In diesem Marktsegment hatte die Börse Frankfurt gestern mit 73,5 Prozent einen besonders hohen Marktanteil. Gefragt waren vor allem ETFs für die Leitindizes der heimischen Aktienmärkte.

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