Capital Group zu US-Zwischenwahlen „Gute Aussichten für Aktienanleger“

US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz: Aktienanleger reagieren gelassen auf die US-Zwischenwahlen. | © Getty Images

US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz: Aktienanleger reagieren gelassen auf die US-Zwischenwahlen. Foto: Getty Images

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Matt Miller, politischer Volkswirt bei Capital Group

Keine Frage: Die US-Zwischenwahlen Anfang November geben Politik und Wirtschaft eine neue Richtung. Sowohl die Demokraten, die zum ersten Mal seit dem Jahr 2011 eine Mehrheit im Repräsentantenhaus gewannen, als auch die Republikaner, die ihre Mehrheit im Senat ausbauten, können Erfolge verbuchen.

In den kommenden Monaten wird sich herausstellen, wie die US-Regierung unter Führung von Präsident Donald Trump mit der neuen Sitzverteilungen im Kongress klarkommt. Kann Trump seine politische Agenda weiterhin an der legislativen Front durchsetzen? Welche Auswirkungen ergeben sich für die Finanzmärkte?

Auswirkungen auf den Markt

Seit dem Jahr 1950 haben US-Aktien im Jahr nach einer Zwischenwahl immer positive Renditen erzielt, wie auch die nachfolgende Grafik zeigt:

Anleger mit langfristiger Perspektive sollten jedoch bedenken, dass Märkte typischerweise die Fähigkeit haben, politische „Lärmbelästigung“ zu ignorieren und sich stattdessen auf bewährte Unternehmensgrundlagen zu konzentrieren. Insgesamt betrachtet ist nicht abzusehen, wie die Märkte in Zukunft auf die Entwicklung der US-Politik reagieren. Der scharfe Ausverkauf im Oktober erinnert daran, dass eine erhöhte Volatilität jederzeit wiederkehren kann, auch wenn sich die US-Wirtschaft erfreulich entwickelt.

Folgende Szenarien sind für Politik und Wirtschaft der USA in den kommenden zwei Jahren denkbar:

1. Stillstand in der US-Politik

Bis zur Präsidentschaftswahl im Jahr 2020 gibt es voraussichtlich nicht allzu viele Veränderungen. Neue Steuergesetze und Einwanderungsreformen auf Initiative der Republikaner sind unwahrscheinlich insofern das Repräsentantenhaus zustimmen muss. Gleiches gilt für die politische Agenda der Demokraten, zu der unter anderem die Aufhebung der Steuersenkungen des vergangenen Jahres und die Rücknahme der Deregulierung zählen.