Aufstieg der Schwellenländer China macht die Schleusen auf

Seite 2 / 4

Nicht nur das Reich der Mitte glänzt mit einer belastbaren Wirtschaft. Die Experten des Internationalen Währungsfonds erwarten, dass die Schwellenmärkte in diesem Jahr um 4,9 Prozent zulegen werden, 2019 sogar um 5,0 Prozent. Diese Wachstumsraten sind nicht nur für Mark Mobius das entscheidende Argument, in Emerging Markets anzulegen: „Ihre Wirtschaft wächst mehr als doppelt so schnell wie die der Industriestaaten. 1987 machten Schwellenländer ein Fünftel der weltweiten Wirtschaftsleistung aus, in zwischen die Hälfte“, so das seit mehr als 30 Jahren aktive Urgestein unter den Schwellenland-Fondsmanagern (siehe auch Interview Heft 05/2018).

Keine Einbahnstraße auf dem Aktienmarkt

Die aufstrebenden Volkswirtschaften wollen schon lange nicht mehr die Werkbank der industrialisierten Welt sein und untermauern ihre Ansprüche mit Vorhaben wie eben der neuen Seidenstraße. Der Strategiewechsel hin zu mehr Konsum und Dienstleistung mag unabhängig von ausländischen Aufträgen machen, eine Einbahnstraße auf dem Aktienmarkt schafft er aber nicht. Im Gegenteil: Schwellenländer-Aktien haben von 2011 bis 2015 nur etwa halb so gut abgeschnitten wie Titel aus Industrieländern. Erst in den zwei Jahren danach holten sie einen Teil des Rückstands auf die etablierten Aktienmärkte wieder auf.

Aber bleiben sie nun weiter auf der Überholspur? Für Barings-Fondsmanager William Palmer gibt es wenig Zweifel: „Eine neue Ära für Schwellenland-Aktien bricht an. Die künftigen Unternehmensgewinne rechtfertigen durchaus eine optimistische Prognose.“ Als Argument zieht Palmer die schwache Wertentwicklung zwischen 2011 und 2015 heran, als Analysten jeweils ihre üppigen Gewinnprognosen Schritt für Schritt zurücknehmen mussten. Inzwischen steigen die Margen wieder, da die Produktivität schneller wächst als die realen Löhne. Aktuell liegt die Wachstumsrate der Gewinne jenseits von 20 Prozent pro Jahr, wozu auch die stabil steigenden Preise für Rohstoffe ihren Teil beitragen.

Trotz der jahrelangen Schwächephase auf den Aktienmärkten der neuen Wirtschaftswelt dürften Anteilseigner des von Palmer gesteuerten Baring Global Emerging Market (ISIN: IE00B2QNW999) an den bisherigen Renditen wenig auszusetzen haben. Der Fonds existiert im Original seit 1992 und weist seit Auflegung eine jährliche Rendite von immerhin 5,7 Prozent aus. In den zurückliegenden fünf Jahren hat Palmer den Wert sogar um jährlich 9,7 Prozent gesteigert. Das entspricht einem kumulierten Wertzuwachs von 59 Prozent, während der Aktienindex MSCI Emerging Markets im gleichen Zeitraum lediglich um 42 Prozent nach oben kletterte.