Aufstieg der Schwellenländer China macht die Schleusen auf

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Wie kommt die überlegene Fonds-Performance zustande? „Obwohl es in den Schwellenmärkten ein breites Spektrum an Unternehmen gibt, beachten Analysten diese im Vergleich zu den Industriestaaten weit weniger“, berichtet Palmer. Aktien seien in Schwellenländern häufiger falsch bewertet. Zudem erstreckten sich Prognosen selten über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren, so der Co-Chef des Schwellenlandaktien-Teams von Barings, und könnten somit die Chancen von Unternehmen kaum erfassen. Unter seinen Top-Investments finden sich allerdings ausschließlich bekannte Namen.

Ganz vorn liegt Südkoreas Vorzeigeunternehmen Samsung, gefolgt von dem chinesischen Internetkonzern Alibaba und Chip-Hersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing. Zusammen mit der China Construction Bank und dem südafrikanischen Medienkonzern Naspers machen diese Gesellschaften knapp 30 Prozent des Portfolios aus. Die übrigen 70 Prozent teilen sich 40 weitere Unternehmen. Dass die Kurse der Schwellenländer-Aktien sich inzwischen erholt haben, belegt die auf Jahressicht nochmals gestiegene Fonds-Rendite von 14,5 Prozent. Auf lange Sicht spiegeln die Börsenkurse den rasanten Aufstieg dieser Volkswirtschaften klar wider: Der Aktienindex MSCI Emerging Markets zog auf Sicht von 15 Jahren um 420 Prozent an, sein nordamerikanisches Pendant lediglich um 264 Prozent. Noch dünner fällt der Zugewinn in Europa aus: Mit 210 Prozent Plus konnte der MSCI Europe nur halb so stark zulegen.

Trotz dieses Kursfeuerwerks seien Aktien aus Schwellenländern immer noch günstig zu haben, sagt Chetan Sehgal: „Wir sehen Chancen, die in den meisten Industrieländern gar nicht zu finden sind.“ Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liege im Schnitt bei niedrigen 13, so der Fondsmanager des Templeton Emerging Markets Smaller Companies (LU0300743431), weltweit indes betrage diese Kennzahl 17. Das Gros der Experten hält diesen Abschlag für längst überholt, da Binnenkonjunktur und Standortqualität rapide zugenommen haben. Das belegt auch die Risikokennziffer Volatilität, die oftmals sogar unter der von Portfolios mit deutschem Anlageuniversum rangiert. Damit sinkt für Investoren die Gefahr von Kursverlusten, wenn sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt ein- oder aussteigen.

Mit 11,8 Prozent Volatilität verspricht auch Sehgals Fonds eine außerordentlich geschmeidige Wertentwicklung, obwohl er zuvorderst auf kleine und damit schwankungsanfälligere Gesellschaften setzt. Das höhere Risiko, das Nebenwerte mit sich bringen, dämpft der Fondsmanager, indem er das Fondsvermögen auf 138 Titel verteilt. An Performance mangelt es dennoch nicht: Mit 10,2 Prozent jährlicher Rendite hat der Franklin-Templeton-Fonds noch besser abgeschnitten als die in Standardwerte investierende Barings-Offerte. Gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt beträgt der Gewinn allerdings nur 1,8 Prozent. Die Analysten des Research-Hauses Morningstar bescheinigen dem Fonds jedoch, nicht an Qualität verloren zu haben: „Ein solides Angebot für Investoren, die eine aggressivere Strategie für die Schwellenmärkte suchen.“