Hubert Thaler, Vorstand Top Vermögen

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Die Bundesliga-Börse

Wird 2015 so langweilig wie dieses Jahr?

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An der Spitze könnte alles genauso laufen, wie im vergangenen Jahr. Der niedrige Ölpreis und stärkere US-Konjunkturdaten unterstützen ein positives Börsenszenario. Und so sind Dax, Dow und Co. mit neuen Höchstständen bereits vorweg gestürmt.

Positiv überraschen konnte die indische Börse, der zu Beginn des Jahres ein Champions-League-Platz ebenso wenig zugetraut wurde, wie dem FC Augsburg. Bei den Schwächekandidaten Rohstoffe, Russland und Co. sieht es dagegen noch düsterer aus, als bereits zu Beginn des Jahres gemutmaßt wurde. Parallelen zu Werder Bremen oder dem VfB Stuttgart bieten sich an.

Soweit bietet 2015 eine gesunde Grundlage für eine angemessene Verzinsung des Kapitals. Die weltweit angelegte Nullzinspolitik, teilweise bereits an Minuszinsen bei Tagesgeldern abzulesen, zwingt Anleger in reale Vermögenswerte wie Aktien, Immobilien oder Infrastrukturprojekte.

Dennoch dürfte das kommende Jahr stärker einer politischen Börse gleichen als Anlegern lieb sein sollte. In Euroland stehen in Spanien und Griechenland Wahlen an, bei denen eurokritischen Parteien ein hohes Wählerpotenzial bescheinigt wird. In Frankreich gewinnt zudem die Front National an Bedeutung.

Der Konflikt in der Ukraine zwischen der Nato und Russland wird auch 2015 immer wieder auf den Titelseiten der Tageszeitungen auftauchen. Denn eine tragfähige Lösung ist nicht in Sicht. In Nordkorea scheint ein Machtkampf mit ungewissem Ausgang in Gang. Auch die wirtschaftspolitische Protektion durch China scheint nicht mehr sakrosankt.

Man sagt politischen Börsen nicht zu Unrecht nach, diese hätten kurze Beine. Daher sollten Anleger vorsichtig in das kommende Anlagejahr starten und bei Rückschlägen politischer Natur chancenorientierte Anlagen aufstocken. Anlagen in Turnaround-Kandidaten sollten nur mit Bedacht gewählt werden.

So zeigen einige Schwellenländer auf den ersten Blick günstige Bewertungen, jedoch zeichnet sich bei einigen Volkswirtschaften das Risiko einer „Middle-Income-Trap“ ab. Der politische Wille zu marktwirtschaftlichen Reformen fehlt leider vielerorts.

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