Emerging Markets

Asien profitiert vom niedrigen Ölpreis

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Die asiatischen Aktienmärkte haben zum Jahresauftakt Boden gutgemacht. In den meisten Staaten der Wachstumsregion zogen die Indizes an. Hieran hatten zum einen positive Vorgaben aus Japan und aus Europa ihren Anteil. So verbesserten sich die Konjunkturaussichten in Japan, während das 1,1 Milliarden Euro schwere Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) die europäischen Börsen stimulierte. Zusätzlichen Auftrieb erhielten viele asiatische Märkte. Denn Wirtschaftsreformen und gesunkene Ölpreise beflügelten die Phantasie der Anleger. In den USA beeinflussten allerdings die etwas schwächeren Wirtschafts- und Unternehmensdaten die Kursentwicklung.

Indischer Aktienmarkt zählt zu den Gewinnern

Zu den Gewinnern in Asien zählte der indische Aktienmarkt. Die Wirtschaft des Subkontinents profitierte vom preiswerteren Öl, das größtenteils importiert werden muss. Wegen der niedrigeren Rohstoffkosten fielen die Inflationsdaten erfreulich aus. Außerdem schrumpfte das Handelsdefizit. Dieses Umfeld verschaffte der indischen Notenbank den nötigen Spielraum für eine unerwartete Leitzinssenkung. In China haussierten Unternehmen aus den Sektoren Technologie und Telekommunikation, was eine Konsolidierung unter den lokalen Finanztiteln mehr als kompensierte. In Thailand hoben Berichte über steigende Touristenzahlen die Stimmung. Südkorea erholte sich, weil Industrieproduktion und Handelsüberschuss die Erwartungen der Börsianer übertrafen. Singapur verlor dagegen an Boden. Hier standen Finanz- und Industrietitel unter Druck.

Branchenseitig zogen die international rückläufigen Anleiherenditen Immobilientitel nach oben. Überdurchschnittliche Gewinne konnten außerdem die Sektoren Gesundheit, Telekommunikation und Finanzen auf sich vereinen. Die Sektoren Energie, Grundstoffe und Finanzen blieben etwas zurück, verzeichneten in US-Dollar gerechnet aber ebenfalls Aufschläge.

Ausblick: „Gründung der ASEAN-Wirtschaftsgemeinschaft dürfte Anlegerinteresse auf Südostasien lenken“

Eine große Mehrheit der asiatischen Wachstumsnationen zählt zu den Netto-Ölimporteuren. Diese Volkswirtschaften spüren allmählich die Vorteile gesunkener Notierungen für den wichtigsten Energierohstoff. Niedrigere Einkaufspreise für Öl dämpfen die Inflation und verbessern die Handelsbilanz. Diese Umstände ermöglichen den jeweiligen Zentralbanken, in einen Zyklus sinkender Leitzinsen einzusteigen. Hinzu kommt die anhaltend lockere Geldpolitik in den Industriestaaten. Es gibt wenig Hinweise auf baldige Zinserhöhungen in den USA, während Europa und Japan aggressive quantitative Lockerungen umsetzen.

Unterdessen treiben Staaten wie China, Indien und Indonesien ihre Strukturreformen voran. Diese bewirken aller Wahrscheinlichkeit nach, dass sich der Trend kräftig wachsender Wirtschaftsleistung in der Region fortsetzt. Nach unserer Einschätzung dürfte diese Entwicklung höhere Unternehmenserträge nach sich ziehen. Wir sind überzeugt, dass die aktuellen Bewertungen asiatischer Aktien deren langfristiges Potenzial noch nicht ausreichend reflektieren. Die asiatische Wachstumsregion bleibt somit ein attraktives Anlageziel. Insbesondere die Mitgliedsstaaten der ASEAN-Wirtschaftsgemeinschaft dürften auf ein wachsendes Anlegerinteresse stoßen.

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