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Yves Longchamp - Head of Research, ETHENEA Independent Investors (Schweiz) AG

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Ethenea Experten-Kolumne

Rückkehr zur Normalität?

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Geht man aber einen Schritt zurück und betrachtet einen weiteren Zeitrahmen, relativiert sich die aktuelle Entwicklung. Während die Bewegungen Anfang März hinsichtlich Geschwindigkeit ihresgleichen suchten, so sind sie absolut gesehen nicht ohne Präzedenz. Die Konvergenz zwischen den Renditen langfristiger europäischer Staatsanleihen befindet sich derzeit noch nicht auf dem Niveau, welches wir im Zeitraum von 1999 bis 2007 gesehen haben. Bereits damals notierten italienische Staatsanleihen zeitweise weniger als 20 Basispunkte über den deutschen. Spanische und portugiesische Anleihen notierten sogar gleichauf mit dem Bund. Auch die Differenz zwischen deutschen und amerikanischen Anleihen betrug bereits in den Jahren 1992 und 1999 bis zu 150 Basispunkte. Neben der Konvergenz (bzw. Divergenz) staatlicher Refinanzierungskosten ist auch die Renditenreduktion nicht einmalig. So erlebten die meisten Staaten in den Jahren vor dem Einstand der Währungsunion einen höheren Zinsrückgang auf ihre Anleihen als seit dem Höhepunkt der Eurokrise bis heute.

Marktteilnehmer, die prophezeien, dass tiefe Marktzinsen das Einfallstor lascher Fiskalpolitik seien, sollten sich auch einen historischen Vergleich zu Gemüte führen. Seit 1999 bis zur Finanzkrise verzeichneten alle großen Volkswirtschaften der EU ein konstantes Wachstum ihrer absoluten Staatsschulden. Die eigentliche Tragödie der Verschuldung peripherer Eurostaaten geht aus der Finanzkrise hervor, wobei vor allem in Staaten mit Immobilienpreisblasen die Verschuldung ab 2008 markant anstieg. Tiefe Zinsen haben jedoch keinen Anstieg in den staatlichen Schuldenanhäufungen verursacht. Im Gegenteil, sie wurden vor allem von Regierungen in der Peripherie dazu genutzt, um ihre relative Schuldenlast abzubauen. In Italien und Griechenland beispielsweise war die Verschuldung, relativ zur Wirtschaftsleistung bis 2008, leicht rückläufig. Und in Spanien und Irland reduzierte sie sich seit dem Beginn der Währungsunion bis zur Krise sogar um mehr als 20 %. Tiefe Zinsen auf Staatsanleihen sollten daher nicht als Blase oder Gefahr sondern vielmehr als Chance gedeutet werden.

Die Renditekonvergenz von Ländern in einem Währungsverbund mit einheitlicher Geldpolitik muss daher nicht als momentane Marktverwerfung ausgelegt sondern kann in der historischen Perspektive auch als Rückkehr zur Normalität gedeutet werden.

Disclaimer: Ausführliche Hinweise zu Chancen und Risiken entnehmen Sie bitte dem letztgültigen Verkaufsprospekt. Maßgeblich sind die Angaben im Verkaufsprospekt sowie der aktuelle Halbjahres- und Jahresbericht. Die Wesentlichen Anlegerinformationen, den Verkaufsprospekt sowie die Berichte in deutscher Sprache erhalten Sie kostenlos bei der Verwaltungsgesellschaft ETHENEA Independent Investors S.A., 16, rue Gabriel Lippmann, L-5365 Munsbach oder bei der DZ BANK AG, Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Platz der Republik, D-60265 Frankfurt am Main.

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