Volle Fahrt voraus? 2010 noch träge unterwegs, könnten<br/>Euroland-Aktien in diesem Jahr vorneweg marschieren.<br/>Foto: mathias the dread / photocase.com

Volle Fahrt voraus? 2010 noch träge unterwegs, könnten
Euroland-Aktien in diesem Jahr vorneweg marschieren.
Foto: mathias the dread / photocase.com

„Euroland-Aktien stehen vor einem Comeback“

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Daran gibt es nichts zu beschönigen: 2010 war kein gutes Jahr für die Eurozone. Es fing mit Griechenland an, das im Februar ein Staatsdefizit von über 13 Prozent für das Vorjahr meldete. Und es endete mit Chaos, da sich die Politiker in vielen Punkten nicht einig werden konnten. Zwischendrin der 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF).

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Für Renteninvestoren wurde die Eurozone damit zum Minenfeld, auch Aktienanleger waren mehr als verunsichert. Das blieb nicht ohne Folgen für die Aktienkurse: Noch im Vorjahr legte der Euro Stoxx 50 nach den massiven Verlusten aus 2008 um 26 Prozent zu. 2010 waren es minus 2 Prozent.

Sonnige Großwetterlage für Europas Aktienmarkt

Für 2011 sieht die Großwetterlage für Europas Aktienmarkt jedoch durchaus positiv aus, so die Einschätzung von Berndt Fernow, Aktienstratege der LBBW: „Trotz der nicht enden wollenden Euro-Staatsschuldendiskussion setzten sich schon zum Jahresausklang 2010 die Auftriebskräfte durch."

Fernow weiter: "Die Aussichten für eine Fortsetzung des Aufschwungs in diesem Jahr haben sich unter anderem aufgrund des Steuerkompromisses in den USA verbessert, zudem bleibt Chinas Wirtschaftswachstum trotz des restriktiven geldpolitischen Kurses stark genug, um die Weltwirtschaft auf Kurs zu halten."

Hinzu kommen die zunächst weiterhin niedrigen Zinsen. Diese Konstellation biete einen fruchtbaren Boden für die Börsen, da sich die Unternehmen günstig finanzieren können, und gleichzeitig Aktien aufgrund steigender Dividenden relativ zu Anleihen attraktiver werden.

"Investoren kehren zurück an die europäischen Aktienmärkte"

Entsprechend optimistisch gibt sich Berndt Maisch, Manager des LBBW Dividenden Strategie Euroland R (WKN 978041): „Nachdem Investoren 2010 vor allem in die Schwellenländer flüchteten, kehren nun die ersten zurück, da sich Inflationsängste in diesen Ländern mehren, während gleichzeitig die Aversion gegen den Euro-Raum sinkt. Je nachdem, wieviel Stabilität der in Kürze modifizierte Rettungsschirm erzeugt, könnte 2011 ein Comeback für den Aktienmarkt der Eurozone anstehen.“

Bereits seit einigen Wochen sei der Markt massiv in Bewegung, derzeit allerdings noch von eher opportunistischen Anlegern dominiert, ergänzt er. Die großen Verlierer des Vorjahres, wie spanische und italienische Banken, werden gekauft und finanziert durch Gewinnmitnahmen bei den großen Gewinnern des Vorjahres, wie Automobile und Luxusgüter. Langfristig orientierte Investoren hielten sich hingegen noch zurück.

Mit seinem auf Dividendenaktien fokussierten Fonds schlug Maisch sich auf Sicht der vergangenen zwölf Monate sehr gut: So belegt sein Fonds mit einem Plus von 12,1 Prozent  Rang 8 von 33 Konkurrenten mit  Schwerpunkt auf europäischen Dividendentiteln.

Er ist zuversichtlich, dass sein Anlageschwerpunkt besser als der gesamte europäische Aktienmarkt abschneidet, denn die Dividendenrenditen der Aktien von Großkonzernen liegen gleichauf mit den Renditen des Risikoprofils vergleichbarer Anleihen – ein klarer Pluspunkt für Aktien dividendenstarker Unternehmen (zum Interview „Die Dividendensaison verheißt Rekordausschüttungen“).

Aktiv gemanagte Fonds können riskante Aktien ausklammern

Skeptisch bleibt er trotz seines Optimismus allerdings gegenüber Bankaktien, bis zur Finanzkrise wegen ihrer hohen Ausschüttungen traditionelle Dividendentitel. Verglichen mit ihrem Anteil am Euro Stoxx 50 hält er diese Papiere derzeit um 6 Prozent untergewichtet, da die Erhöhung der Kernkapitalquoten bei den meisten Banken Priorität gegenüber Dividendenzahlungen eingeräumt wird.

Das erwies sich vor allem 2008 als gute Entscheidung: So verbuchten passiv gemanagte Fonds, die Dividendenindizes wie etwa den Stoxx Europe Select Dividend 30 abbilden, auf Dreijahres-Basis ein Minus von über 30 Prozent, während die aktiv gemanagten Europa-Dividendenfonds im Schnitt vergleichsweise moderate 12,5 Prozent verloren.

Maisch: „Gerade in diesem extremen Umfeld der Finanzkrise konnten Fondsmanager mit aktiv gemanagten Fonds klar ihren Vorteil ausspielen und Finanzwerte rechtzeitig im Portfolio reduzieren.“

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