Europäische Aktien

Europa schwächelt, doch europäische Aktien sind jetzt sehr preiswert

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Europäische Aktien konnten sich im September knapp über der Nulllinie behaupten. Für das gesamte dritte Quartal 2014 ergab sich ebenfalls ein moderater Zuwachs. Allerdings schwankte die Stimmung der Investoren in diesem Zeitraum hin und her: Auf der einen Seite belasteten die zahlreichen geopolitischen Krisen in aller Welt. Der stärkere Konjunkturrückgang in Deutschland und die nachlassende wirtschaftliche Dynamik in den Schwellenländern drückten die europäischen Märkte zusätzlich nach unten. Auf der anderen Seite honorierten die Anleger die wirtschaftlichen Fortschritte in den Euro-Peripheriestaaten.

Auch die aggressiven geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) behielten die Investoren genau im Blick. Die EZB senkte ihren Refinanzierungssatz auf ein Rekordtief und beschloss einen negativen Einlagezins für Geschäftsbanken. Darüber hinaus kündigte die EZB ein Ankaufprogramm für strukturierte Anleihen an. Im Zuge der verstärkten geldpolitischen Anreize schwächte sich der Euro deutlich ab, während Benchmark-Staatsanleihen aus dem Euroraum ihre Rallye bis Ende September fortsetzten.   
 
Branchenentwicklung

Im dritten Quartal entwickelten sich ausgewählte Unternehmen aus den Sektoren Gesundheit und Finanzen überdurchschnittlich. Gesellschaften aus den Bereichen Informationstechnologie und Energie blieben hingegen hinter dem Gesamtmarkt zurück. Wegen des dürftigen BIP-Wachstums übertrafen defensive Titel generell die stärker konjunkturzyklischen Aktien. Gleichzeitig standen auch die Notierungen von Öl und anderen Rohstoffen unter Druck.

Ungeachtet dessen stellten Energieunternehmen weiterhin einen der preiswertesten Sektoren an den europäischen Aktienmärkten dar. Nach einer Phase hoher Investitionen rücken führende Ölkonzerne aus der Region nun die Steigerung ihrer Fördermengen und die Erzielung von Aktionärserträgen in den Vordergrund ihrer Geschäftspolitik.

Im Gesundheitswesen war eine Steigerung der Fusionsaktivitäten zu beobachten. Unter den Gesellschaften aus dem Finanzsektor überzeugte vor allem ein französischer Versicherungskonzern. Insgesamt stand zum Ende des dritten Quartals 2014 einer Übergewichtung von Industrie-, Gesundheits- und Energieunternehmen eine Untergewichtung von zyklischen und nichtzyklischen Konsumtiteln gegenüber.
        
Ausblick: „Die aktuelle konjunkturelle Stagnation in Europa könnte sich auflösen“

Europäische Aktien bleiben überdurchschnittlich preiswert. Stellt man wichtige Unternehmens-Kennzahlen den entsprechenden Werten vergleichbarer US-Titel gegenüber, so verfügen Unternehmen aus Europa über deutlich attraktivere Bewertungen. Zuletzt befanden sich neun der zehn preiswertesten Aktienmärkte in Europa.

Dort bewegen sich auch die Dividendenrenditen auf Rekordniveau, vergleicht man diese Ausschüttungen mit dem Renditeniveau entsprechender Staats- oder Unternehmensanleihen. Optimistisch stimmt zudem die aggressive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Hinzu kommt, dass die Reformdynamik in den wichtigen Staaten Frankreich und Italien Fahrt zu gewinnen scheint. Die aktuelle konjunkturelle Stagnation in Europa könnte sich somit auflösen, sollte der Euro schwach bleiben, die Weltwirtschaft stärker zulegen und die Rekapitalisierung der Banken im Euroraum gelingen.

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