Aktualisiert am 06.04.2010 - 10:35 UhrLesedauer: 2 Minuten

Explosiver Entwurf: EU plant Umsatzsteuerpflicht auf Vermittlerprovisionen

Quelle: Fotolia
Quelle: Fotolia
Die EU-Kommission plant, die Umsatzsteuerrichtlinie in Bezug auf Finanzdienstleistungen zu ändern. Diese müsste dann in deutsches Recht umgesetzt werden. Damit droht allen Versicherungs- und Kapitalanlagevermittlern ohne Abschlussvollmacht die Umsatzsteuerpflicht – auch auf Inkassoleistungen und Schadenregulierung.

Die Umsetzung der Vorschläge, die aus der Ratspräsidentschaft der Schweden kommen, würde eine "ruinöse Belastung" der gesamten Vermittlerschaft bedeuten, die keine Abschlussvollmacht vom Produktgeber oder ihren Kunden haben, erklärt der Finanzdienstleisterverband AfW in einer Mitteilung.
Daher lehnt der AfW diese Regelung kategorisch ab. Der Vermittlungsprozess müsse umsatzsteuerfrei bleiben, so der Verband. Es dürfe für die Steuerfreiheit nicht darauf ankommen, ob der Vermittler Abschlussvollmacht hat. Vielmehr komme es auf die Art der Leistung an.

Der AfW-Bundesverband kämpft für eine Änderung des Richtlinientextes in Berlin und Brüssel. „Wir haben natürlich bereits die Mitglieder des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages über diesen verheerenden Entwurf in Kenntnis gesetzt und sie über die Auswirkungen auf die Vermittlerschaft informiert.“, so AfW Politikvorstand Frank Rottenbacher. Und weiter: „Wenn dieses wichtige Thema im Finanzausschuss diskutiert werden wird, sind die Interessen der unabhängigen Finanzdienstleister somit durch die Tätigkeit des AfW im Ausschuss bekannt“.
Tipps der Redaktion
Keine Umsatzsteuer auf Provisionen: AfW fordert weitreichende Lösung
Umsatzsteuer auf Provisionen: BMF will praxisnahe Lösung
Umsatzsteuerpflicht für Superprovisionen?
Mehr zum Thema