Siegerberater Ralf Lex mit dem „Goldenen Bullen“ im Kreis seiner Plückthun-Kollegen Andreas Teichmann, Sandra Ostheimer, Manfred Braune, Dirk Ostheimer, Ralf Lex, Helmut Heindl, Martin Ostermeier und Bernhard Plückthun (v.l.n.r.)  Foto: Plückthun Unternehmensgruppe

Siegerberater Ralf Lex mit dem „Goldenen Bullen“ im Kreis seiner Plückthun-Kollegen Andreas Teichmann, Sandra Ostheimer, Manfred Braune, Dirk Ostheimer, Ralf Lex, Helmut Heindl, Martin Ostermeier und Bernhard Plückthun (v.l.n.r.) Foto: Plückthun Unternehmensgruppe

Finanzberater des Jahres 2013: „Bei Gold sind wir zurückhaltend“

//
DAS INVESTMENT.com: Das Rendite-Risiko-Verhältnis Ihres virtuellen Portfolios hat die Jury überzeugt und Ihnen den Sieg beim bundesweiten Wettbewerb „Finanzberater des Jahres 2013“ des Wirtschaftsmagazins „Euro/Finanzen“ eingebracht. Wie sah Ihr Portfolio in den sechs Monaten, in denen Sie das Startkapital von 100.000 Euro vermehren mussten, aus?

Ralf Lex: Anfänglich war das Depot mit 100 Prozent festverzinslichen Wertpapieren bestückt. Ich habe die Aktienquote Ende Juli auf 70 Prozent erhöht, Mitte September wieder auf 0 Prozent gesenkt, um dann in zwei Schritten wieder auf 30 Prozent zu erhöhen.

DAS INVESTMENT.com: Und warum?

Lex:
Ich habe die Chance aufgrund deutlich zu niedriger Bewertungen genutzt, um den Gewinn zu realisieren und dann im Depot das Risiko wieder zu senken.

DAS INVESTMENT.com:
Welche Rentenpapiere hatten Sie im Depot?

Lex: Neben den Unternehmensanleihen mit einem Top-Rating im Investment Grade Segment haben wir bei den festverzinslichen Wertpapieren auch Genussscheine, Staatsanleihen der Schwellenmärkte und Unternehmensanleihen aus dem Hochzins-Segment in unserem Musterdepot.

DAS INVESTMENT.com: Und was ist mit Rohstoffen, insbesondere mit Gold?

Lex: Die Rohstoffe spielten bei unseren Überlegungen keine Rolle. Der Goldpreis war in den letzten Jahren sehr volatil. Diese Volatilität ist zwar in den letzten Monaten deutlich zurück gegangen, ob dies aber so bleibt ist ungewiss. Daher sind wir in diesem Segment eher zurückhaltend.

DAS INVESTMENT.com:
Der zweite Teil des Wettbewerbs war ein Wissenstest. Worauf kam es dabei an?

Lex: Auf Themen, die man jeden Tag in der Beratung beantworten können sollte. Der Wissenstest besteht aus 300 Fragen rund um die Themenbereiche Finanzmarkt, Versicherung, Steuern, Recht, Immobilie, Finanzmathematik und ist damit sehr breit angelegt. Gleichzeitig ist in den einzelnen Bereichen jedoch Detailwissen gefragt.

DAS INVESTMENT.com:
Nun zu Ihrem Beratungsalltag: Wie sieht da Ihre Anlagestrategie aus?

Lex: Wir versuchen, über die einzelnen Asset Klassen, Regionen und nicht zuletzt über einzelne Wertpapiere eine Portfoliozusammensetzung mit dem bestmöglichen Risiko-Rendite-Verhältnis zu erreichen. Diesen Prozess führen wir einmal im Bereich Aktien durch und einmal im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere. Die jeweilige Gewichtung dieser beiden Portfolios wird dann an der Risikoneigung des Mandanten festgelegt.

DAS INVESTMENT.com:
Und was ist mit Ihrem privaten Portfolio? Verfolgen Sie privat die gleiche Strategie, die Sie auch Ihren Kunden empfehlen?

Lex: Natürlich. Was für unsere Mandanten gut ist, ist auch gut für mich. Auch mein privates Portfolio besteht aus einer Kombination des Anleihen- und des Aktien-Portfolios, die an meine Risikoneigung angepasst ist.

DAS INVESTMENT.com:
Was wird Ihrer Meinung nach 2013 die größte Herausforderung für Berater sein?

Lex: Renditeerzielung bei festverzinslichen Wertpapieren ohne Missachtung der Risiken und der steigende Anspruch an die Beratung, insbesondere im Bereich der Analyse der Bedürfnisse und Wünsche der Mandanten.

DAS INVESTMENT.com: Was sind für Sie die drei größten Vertriebstrends 2013?

Lex: Im Versicherungsbereich ist es die Ruhestandsplanung versus Produktverkauf. Denn der reine Produktverkauf geht meist an den Bedürfnissen der Mandanten vorbei und ist überwiegend provisionsgetrieben. Nur durch eine ausführliche Analyse und einer Simulation der Vermögensentwicklung kann der wirkliche Bedarf an Altersvorsorge ermittelt werden.

Die Beratung allgemein geht weg von der Anlageberatung und-vermittlung hin zur Vermögensverwaltung und Beratung auf Honorarbasis. Denn auch hier gilt: Produktempfehlungen sind oft provisionsgetrieben. Eine unabhängige, auf Honorar basierende Beratung und Verwaltung des anvertrauten Vermögens ist oft neutraler und näher an den Bedürfnissen der Mandanten.

Im Bereich der Kapitalanlage könnte eine der großen Herausforderungen für Berater – der Weg von vermeintlich „sicheren“ Kapitalanlagen hin zu mehr Risikobereitschaft – auch zum größten Trend werden. Nur so wird es möglich sein, einen realen Werterhalt zu erreichen oder sogar eine reale Rendite zu erzielen.