Bewährungsprobe gemeistert: Der selbstfahrende A7 „Billy“ nach seiner 900 Kilometer langen Reise bei der Ankunft in Las Vegas (Foto: Audi AG)

Bewährungsprobe gemeistert: Der selbstfahrende A7 „Billy“ nach seiner 900 Kilometer langen Reise bei der Ankunft in Las Vegas (Foto: Audi AG)

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Roter Teppich für deutsches Geisterauto

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Es war eine Premiere der besonderen Art. Rund 900 Kilometer legte Anfang Januar ein von seinen Entwicklern „Billy“ getaufter Audi A7 von der kalifornischen Universitätsstadt Stanford bis nach Las Vegas zurück – ohne dass Fahrer oder Beifahrer eingreifen mussten. Der Ingolstädter Automobilkonzern landete mit der gelungenen Marketing-Aktion den zweiten Prestige-Erfolg innerhalb weniger Monate: Erst im Oktober hatte er einen RS7 ohne Fahrer über den Hockenheimring rasen lassen.

Die „Consumer Electronic Show“ in Las Vegas, deren Besucher „Billy“ und Audi-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg anschließend gebührend feierten, stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des autonomen Fahrens und der Vernetzung des Automobils. In diesem Bereich wollen Audi und die Konzernmutter VW Hackenberg zufolge eine wichtige Führungsrolle spielen. Zu dieser Kampfansage an die Konkurrenz passt, dass VW nur wenige Tage später auf der „Detroit Auto Show“ mit dem Golf den Titel "North American Car of the Year" gewinnen und obendrein noch verkünden konnte, 2014 im Konzernverbund zum ersten Mal in einem Jahr die Marke von 10 Millionen verkauften Fahrzeugen geknackt zu haben.

Alles bestens also, der in vielen deutschen Aktienfonds vertretene Dax-Wert VW ein klarer Kaufkandidat? Ganz so einfach ist es nicht. Denn ähnlich wie sich Detroit anlässlich der diesjährigen Auto-Messe wieder einmal von zwei Seiten präsentierte, ist es auch mit der Dominanz von VW auf den Weltmärkten nicht so weit her, wie es nach den jüngsten Erfolgsmeldungen den Anschein haben mag. Ausgerechnet im Auto-Dorado USA schwächeln die Wolfsburger seit geraumer Zeit und sind Welt Online zufolge mit einem aktuellen Marktanteil von gerade einmal 2,2 Prozent „fast ein Nichts“.

Auch die angestrebte Marktführerschaft bei den selbstfahrenden Autos ist noch längst nicht in trockenen Tüchern. Dort mischt eine ganze Reihe anderer Wettbewerber mit, neben den deutschen Konkurrenten BMW und Daimler auch Toyota, General Motors und sogar Google. Wer dort am Ende vorn liegt, lässt sich derzeit kaum absehen: Geht es aber beispielsweise um das Thema Stadtverkehr, scheint momentan Daimler am weitesten fortgeschritten zu sein.

Wer auf jeden Fall gewinnt, sind die Zulieferer. So verkauft die israelische Firma Mobileye den Autokonzernen intelligente Kameras, die erkennen, ob auf der Straße eine umherfliegende Papiertüte liegt oder ein umgestürzter Baumstamm. Nach dem Börsengang im vergangenen August an der Nasdaq schoss der Kurs der Mobileye-Aktie zeitweise um fast 60 Prozent nach oben. Zwei Fonds, die dabei waren: der Invesco Global Leisure und der Blackrock Global Dynamic Equity.

Ebenfalls einen Lauf hat derzeit die Aktie von Autoliv: Das schwedisch-amerikanische Unternehmen produziert nicht nur Sicherheitsgurte und Airbags, sondern auch spezielle Instrumente, die Kollisionen vorhersagen oder beim Überholen den toten Winkel anzeigen. Ein gutes Geschäft unter anderem für Yves Kramer und Frédéric Dupraz: Mit einem Anteil von knapp 3 Prozent gehört Autoliv derzeit zu den größten Positionen des von ihnen betreuten Pictet Security.